E-10

Bio-Benzin darf keine Pflicht sein

Birger Nicolai

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Das Öko-Benzin E-10 kommt beim Verbraucher schlecht an. Die Ölkonzerne schieben den Schwarzen Peter der Bundesregierung zu – da liegt er erstmal richtig.

Deutschlands Autofahrer wollen sich nicht vorschreiben lassen, was sie in ihren Tank füllen. Der Aufstand an der Zapfsäule gegen das Bio-Benzin E10 ist so groß wie für die Beteiligten angeblich auch überraschend: Die Ölkonzerne wollten das neue Benzin nach Gutsherrenart einführen und verweisen darauf, dass der Gesetzgeber mit vorgeschriebenen Bio-Beimischungsquote der eigentlich Schuldige ist.

Dieses Öko-Diktat funktioniert nicht, und das ist auch gut so. Die Benzin-Branche muss die Autokunden eben davon überzeugen, dass Bio wirklich super und harmlos für die Motoren ist. Nur dann kann es ein Erfolg werden. Dafür aber muss die Bundesregierung das erst im Dezember verabschiedete Gesetz ändern.

Sie muss die Quote für das Bio-Benzin stark verringern. Autofahrer müssen sich freiwillig dafür entscheiden können. Dass es dann jedoch für die Bundesregierung schwierig wird, die ehrgeizigen Klimaziele zu erreichen, steht auf einem anderen Blatt. Dies wiederum dürfte die nächste und nur allzu berechtigte Diskussion eröffnen.