Super E10

70 Prozent der Autofahrer tanken falschen Sprit

Das neue E10-Benzin verunsichert die Autofahrer: Nach ersten Erkenntnissen tankt die große Mehrheit der Deutschen plötzlich den verkehrten Treibstoff.

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Nach der Einführung des neuen Kraftstoffs Super E10 tanken offenbar aus Unkenntnis sieben von zehn Motorisierten das falsche, teurere Benzin. Das teilte der Mineralölwirtschaftsverband mit. Dies sei jedoch unnötig, denn 90 Prozent der Fahrzeuge seien für das neue E10 geeignet, hieß es weiter.

Der Verband ruft unsichere Autofahrer auf, sich beim Fahrzeughersteller oder ihrer Werkstatt zu informieren, ob ihr Wagen E10-tauglich ist. Etwa über die Deutsche Automobil Treuhand (DAT) und die Autohersteller lässt sich genau erfahren, welche Automodelle davon betroffen sind.

Die Mineralölbranche hatte Anfang Februar mit der flächendeckenden Einführung von Super E10 begonnen. Dem neuen Sprit sind aus Gründen des Klimaschutzes zehn Prozent Bioethanol aus nachwachsenden Rohstoffen beigemischt. Das bisherige Super enthielt nur fünf Prozent Bioethanol. Allerdings bieten die Tankstellen weiter neben Super E10 auch das alte Super E5 an. Super E5 wird an umgestellten Tankstellen aber um rund fünf Cent teurer als E10 verkauft.

Unterdessen versucht das Emirat Katar, Sorgen über Öl-Lieferengpässe durch Exportausfälle aus dem von Unruhen erschütterten Libyen zu dämpfen. Es gebe keinen Grund, nervös zu sein, sagte der Energieminister des Golfstaats, Mohammed Saleh al-Sada am Sonntag. Die ölproduzierenden Staaten könnten ausreichend Öl zur Verfügung stellen.

Wegen der Proteste in Libyen waren Befürchtungen vor einem stockenden Ölnachschub aufgekommen. Der Ölpreis war in der vergangenen Woche auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren geklettert. Spekulationen über ein mögliches Übergreifen der Proteste auf weitere Ölförder-Staaten in der arabischen Welt verunsicherten die Investoren zusätzlich.