Kuhhandel

Regierung erwägt Verkaufsprämie für Elektroautos

Im Gegenzug für eine Absatzprämie für E-Autos soll Daimler seine Anteile am Airbushersteller EADS behalten.

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Die Bundesregierung prüft nach „Spiegel“-Informationen, wie sie den Automobilkonzern Daimler bewegen kann, seine Anteile am europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern EADS zu halten. Sollte das Stuttgarter Unternehmen weiter als Aktionär zur Verfügung stehen, sei das Bundeskabinett bereit, über eine Verkaufsprämie für Elektroautos nachzudenken, berichtete das Magazin unter Berufung auf Gespräche zwischen Regierungs- und Konzernvertretern in Berlin.

Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte vor einigen Wochen gefordert, ein entsprechendes Förderprogramm aufzulegen, um den Verkauf der Elektromobile anzukurbeln. Die Chancen Berlins, den Konzern umzustimmen, stehen laut „Spiegel“ aber schlecht. Daimler sei fest entschlossen, seine EADS-Anteile wie angekündigt deutlich zu reduzieren.

Die Bundesregierung will dem Bericht zufolge in der nächsten Woche darüber beraten, wie der deutsche Einfluss in dem Konzern trotz des geplanten Daimler-Rückzugs aufrechterhalten werden kann.

Daimler-Finanzvorstand Bodo Uebber hatte am Mittwoch erklärt, langfristig könnte sich die Struktur der Anteilseigner bei EADS ändern. Daimler wolle aber die „industrielle Führung“ in Deutschland behalten. Eine Sprecherin der Bundesregierung erklärte am Donnerstag, ein Gespräch über das Thema mit Daimler sei vereinbart. Den in Medienberichten genannten Termin 23. Februar bestätigte sie nicht.

"Goldene Aktie“ für Bundesregierung

An einer möglichen Lösung arbeitet EADS nach Informationen der „Wirtschaftswoche“ auch selbst. Der Konzern erwägt demnach derzeit gemeinsam mit seinen Hauptaktionären Daimler und der französischen Unternehmensgruppe Lagardère die Einführung einer „Goldenen Aktie“. Die EADS-Führung habe die Regierungen von Frankreich und Deutschland überzeugt, ihnen damit ein besonderes Stimmrecht in strategischen Fragen zu geben.

Derzeit sind Daimler und der französische Staat mit je 15 Prozent an dem Konzern beteiligt, die Lagardère-Gruppe und ein deutsches Bankenkonsortium unter Führung des staatlichen Förderinstituts KfW halten jeweils rund 7,5 Prozent.