Schadensersatz

Middelhoff verklagt Arcandor-Insolvenzverwalter

Der Ex-Konzernchef wirft Insolvenzverwalter Hubert Görg eine "widersinnige Anklage" vor. Hintergrund ist die 175-Millionen-Euro-Schadensersatzforderung von Middelhoffs ehemaligem Arbeitegeber Arcandor.

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Im Konflikt mit dem Arcandor-Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg geht der ehemalige Konzernchef Thomas Middelhoff zum Gegenangriff über. Sein Anwalt habe Görg jetzt wegen Prozessbetruges angezeigt, ließ Middelhoff mitteilen. Man werde nun „konsequent gegen die seit zwei Jahren betriebene Rufschädigung angehen“. Die Staatsanwaltschaft Bochum konnte den Eingang der Anzeige zunächst nicht bestätigen.

Hintergrund ist eine 175-Millionen-Euro-Schadenersatzklage von Görg gegen Middelhoff im Zusammenhang mit Immobiliengeschäften von Arcandor. „Heute wissen diejenigen, die mit der Aktenlage vertraut sind, dass das Ganze haltlos ist“, so die Darstellung von Middelhoffs Anwalt Sven Thomas. „Im Unterschied zum Insolvenzverwalter Görg: Der wusste es bereits vor Abgabe seiner widersinnigen Klage.“ Eine Strafanzeige sei daher „unumgänglich“. Middelhoff hatte die Anzeige schon vor Kurzem angekündigt. Ein Sprecher des Insolvenzverwalters sagte, Görg habe bereits verlauten lassen, dass er dem gelassen entgegensehe.

Im April beginnt am Landgericht Essen der Zivilprozess, um den es geht. Der Insolvenzverwalter hat den Ex-Arcandor-Chef und weitere Topmanager auf Schadenersatz von rund 175 Millionen Euro verklagt. Auslöser ist der umstrittene Verkauf mehrerer Karstadt-Immobilien an den Oppenheim-Esch-Fonds. Die Immobilien waren anschließend nach Görgs Ansicht überteuert zurückgemietet worden. Kürzlich war noch eine weitere Forderung gegen Middelhoff und andere Ex-Manager Arcandors bekannt geworden.

Der Arcandor-Konzern meldete Mitte 2009 Insolvenz an. Zu diesem Zeitpunkt hatte Middelhoff das Unternehmen bereits verlassen. Der Versandhändler Quelle ist inzwischen abgewickelt, der Warenhauskonzern Karstadt gehört dem deutsch-amerikanischen Investor Nicolas Berggruen.