Technologiekonzern

Apple stellt das iPad 2 wohl Anfang März vor

Apple zeigt am 2. März ein Produkt, das "2011 bestimmen wird" – wohl das iPad 2. Auf der Hauptversammlung stand ein anderes Thema im Mittelpunkt.

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Apple bestätigt Gerüchte auf eine sehr eigene Art. Nachdem der auf Technologiethemen spezialisierte Blog „All Things Digital“ bereits verkündet hatte, dass der Konzern Anfang März eine neue Version des iPads vorstellen will, hat Apple nun die Einladungen für die Präsentation am 2. März 2011 in San Francisco herausgeschickt.

„Kommen Sie, um zu sehen, was das Jahr 2011 bestimmen wird“, heißt es darin. Und ein leicht nach vorne gezogenes Kalenderblatt legt eine Ecke des iPad 2 frei, an der allerdings äußerlich kein Unterschied zum bisherigen iPad zu erkennen ist. Die Spürnasen unter den Apple-Fans vermuten, dass der neue Tablet-Computer einen leistungsfähigeren Chip haben wird und eine oder zwei Kamera bekommen könnte.

Andere spekulieren darauf, dass das iPad 2 dünner als die erste Version sein wird. Vielleicht haben die Techniker aber auch den Bildschirm verbessert und ihm eine höhere Auflösung verpasst.

Jobs-Nachfolge großes Thema der Hauptversammlung

Apple schweigt dazu. Bei der Hauptversammlung in Cupertino richtete sich die Aufmerksamkeit auf eine weitere, für den Konzern extrem wichtige Frage, die je nach Gesundheitszustand des Vorstandschefs zyklisch wiederkehrt: Ob es einen geeigneten und auch aussichtsreichen Kandidaten gibt, der eines Tages die Nachfolge von Steve Jobs antreten könnte.

Nachdem sich dieser Anfang 2011 aus gesundheitlichen Gründen vom Tagesgeschäft zurückgezogen hatte, ist dieses Thema drängender denn je. Den Antrag auf eine offizielle Regelung für diesen Fall lehnten die Aktionäre allerdings mehrheitlich ab. Ferner bestätigten sie alle sieben Mitglieder des Vorstands im Amt. Steve Jobs nahm an der Veranstaltung nicht teil.

Falls einer der Aktionäre so kühn war, auf eine Dividende zu hoffen, wurde er enttäuscht. Apple zieht es erneut vor, das verdiente Geld in die Firma zu stecken. Und dieses Investment in die Zukunft wurde den Anteilseignern zuletzt durch kräftige Kurssteigerungen vergolten. Die nützen natürlich nur, falls sie die Papiere verkauft haben.

Apple agiert konservativ

Steve Jobs hatte die Aufforderung nach einer Ausschüttung des Finanzpolsters in der Regel mit stoischer Gelassenheit zurückgewiesen. Vor allem das Geschäft mit den iPhones, iPods und Macbooks macht Apple zwar zu einem der erfolgreichsten Unternehmen der Welt. Doch aus Finanzsicht agiert Apple konservativ und hält sein Geld zusammen. Wenn überhaupt, dann hat der Konzern bislang eher kleinere Technologiefirmen übernommen.

Mit dem iPad, das Apple im April 2010 einführte, hat das Unternehmen praktisch eine neue Geräteklasse geschaffen. Zwar gab es auch schon vor Start des iPad Tablet-Computer anderer Hersteller zu kaufen. Doch diese führten ein Ni-schendasein in den Elektromärkten. Erst durch das iPad kam Schwung in diesen Markt. Anders als bei Konkurrenzprodukten läuft die Software flüssig.

Außerdem stürzten sich die Entwickler auf das neue Gerät und schufen Tausende von Pro-grammen dafür. Das Geschäftsmodell funktioniert: 15 Millionen iPads wurden 2010 verkauft. 2011 sollen es laut Analystenmeinung doppelt so viele werden. Marktforschungsinstitute schätzen, dass der Marktanteil des iPad in diesem Segment bei rund 85 Prozent liegt.

Andere Hersteller holen auf

Allerdings muss das nicht auf Dauer so bleiben: Die anderen Hersteller haben mittlerweile aufgeholt und Geräte präsentiert, die dem iPad ernsthafte Konkurrenz machen können. Dazu gehören unter anderem Motorola und HTC. Deren Geräte haben teilweise jetzt schon im Gegensatz zum iPad eine Kamera und schnellere Chips. Sie laufen auf dem Google-Betriebssystem Android.

Google stellte erst vor kurzem die neue und auf Tablet-Computer spezialisierte Android-Version 3.0 vor, die auf den Codenamen „Honeycomb“ lautet, also Honigwabe. Schon allein wegen der immer stärkeren Konkurrenz wurde es an der Zeit für Apple, die nächste Generation des iPads zu entwickeln. Dass einer der Zulieferer Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Designs haben soll, wurde zurückgewie-sen. Natürlich nicht von Apple selbst, wodurch das Ganze mittlerweile schon fast groteske Züge annimmt.

Auch über ein neues iPhone wird spekuliert. Hier liegen die Vermutungen deutlich weiter auseinander. Während das „Wall Street Journal“ herausgefunden haben will, dass das neue iPhone kleiner ist als das bisherige, behauptete die „New York Times“ das Gegenteil. Vielleicht liegen aber auch alle falsch und Apple kommt demnächst mit einem neuen Notebook heraus. Dieses wurde vor mehr als einem Jahr das letzte Mal überarbeitet.

Sicher ist aber mal wieder nur, dass man bei Apple nie sicher sein kann. Und dass Steve Jobs am Tag nach der Hauptversammlung in jedem Fall einen Grund zum feiern hat. Es ist sein 56. Geburtstag.