Tarifrunde

Deutsche Telekom bietet 2,2 Prozent mehr Gehalt an

Die Telekom hat in den Tarifverhandlungen knapp 2,2 Prozent mehr Gehalt angeboten. Für Ver.di eine "Frechheit", die Gewerkschaft fordert das Dreifache.

Foto: dapd

Im Tarifstreit bei der Deutschen Telekom ist keine Einigung in Sicht. Die Gewerkschaft Ver.di lehnte das in der dritten Verhandlungsrunde vorgelegte Angebot der Arbeitgeber als Unverfrorenheit ab und beendete die Gespräche. Die Telekom wurde aufgefordert, zur vierten Runde am 8. und 9. März ein "ordentliches Angebot“ für rund 105 000 Beschäftigte auf den Tisch zu legen. Die Gewerkschaft kündigte bis zu diesem Datum weitere Warnstreiks an.

Die Telekom hat eine Gehaltserhöhung von 2,17 Prozent mit einer Laufzeit von 24 Monaten vorgeschlagen. Die Lohnerhöhung ist Teil eines sogenannten tarifpolitischen Zukunftsbündnisses: Darin verpflichtet sich die Telekom unter anderem, die Zahl der Auszubildenden, die in ein festes Anstellungsverhältnis übernommen werden, bis 2012 von derzeit 4700 auf 5000 aufzustocken.

Das Arbeitgeberangebot sieht zudem die Wiederaufnahme von Altersteilzeitmodellen und eine Erweiterung des Vorruhestandsmodells vor. Außerdem sollen Mitarbeiter künftig angesparte Zeitguthaben nicht nur für einen vorzeitigen Ruhestand, sondern auch für Sabbaticals oder Pflegezeiten nutzen können. Schließlich will die Telekom allen Mitarbeitern eine tariflich festgelegte Erhöhung der Weiterbildungszeit von drei auf jährlich vier Tage zusichern. Das Angebot entspreche im Gesamtvolumen einer Tariferhöhung um fast 6,5 Prozent, sagte ein Telekom-Sprecher.

Ver.di bezeichnete das Arbeitgeberangebot als Frechheit. "Es hat uns reichlich die Sprache verschlagen“, sagte Schröder. Die Chance, den Konflikt friedlich beizulegen, schrumpfe jeden Tag. Die Gewerkschaft Ver.di ist mit einer Forderung nach einer Gehaltserhöhung um 6,5 Prozent in die Verhandlungen gegangen. Zudem will sie den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen und eine Erhöhung der Ausbildungsvergütung um monatlich zwischen 70 und 90 Euro erreichen.

Die geplante Anhebung bedeute für die Beschäftigten der Servicesparte umgerechnet auf das Jahr praktisch eine Lohnabsenkung, während die übrigen Beschäftigten lediglich eine Lohnerhöhung von 1,08 Prozent erhielten, sagte Schröder. Die Telekom bezeichnete die Gewerkschaftsreaktion als völlig unverständlich. Ver.di solle den Vorschlag des Zukunftsbündnisses noch einmal in Ruhe überdenken. "Das ist die Chance für eine Lösung“, sagte Telekom-Sprecher Chrsitian Schwolow.

Die dritte Runde der Verhandlungen war am Vormittag begleitet von bundesweiten Warnstreiks fortgesetzt worden. Nach Ver.di-Angaben beteiligten sich rund 7000 Telekom-Mitarbeiter an den Arbeitsniederlegungen.