"Marktplatz"

Commerzbank will Schulden nur langsam zurückzahlen

Andrea Rexer

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Rund 18. Milliarden Euro Staatsgeld stecken in der Commerzbank. Nun macht sie Gewinne. Doch Bankchef Blessing lässt sich Zeit beim Schuldendienst.

Manch ein Politiker in Berlin dürfte mit den Zähnen knirschen. Die Commerzbank, in die der Bund in der Finanzkrise mit Abstand am meisten Geld gesteckt hat, hat zwar die Trendwende geschafft. Das Institut hat im vergangenen Jahr sogar mehr Geld verdient, als viele zu hoffen gewagt haben. Vorstandschef Martin Blessing verkündete den Gewinn daher auch mit breitem Lächeln. Nur zurückgeben will er von den Steuergeldern trotzdem noch nichts.

Rund 18 Mrd. Euro staatlicher Hilfsgelder stecken in der Bank. Mit Verweis auf Bilanzierungsregeln verweigert Blessing aber sogar die Zinszahlung auf die Stille Einlage. So einfach wird es für ihn im kommenden Jahr nicht wieder werden. Sollte die Bank erneut Gewinn machen, wird er Geld nach Berlin überweisen müssen – es sei denn, er zahlt die Stille Einlage zurück.

Blessing legt die Latte wahrlich nicht hoch

Tatsächlich stellt er dies in Aussicht – allerdings nur eine erste, kleine Tranche. Mindestens zehn Prozent der Stütze will er 2011 zurücküberweisen. Damit legt Blessing die Latte wahrlich nicht hoch. Mehr als ein Worst-Case-Szenario ist die in Aussicht gestellte Rate nicht.

Denn eine Rückzahlung in vielen kleinen Portionen würde den Aktienkurs der Bank weiter drücken – eine schlechte Vorraussetzung für etwaige Kapitalerhöhungen. Ziel des Commerzbank-Chefs müsste es also sein, möglichst schnell, große Teile der Staatshilfe zu begleichen. Alles andere wäre schlicht enttäuschend.