Juncker-Vorschlag

Griechenland soll Schulden erst 2041 begleichen

Eurogruppen-Chef Juncker erwägt eine Schuldenstreckung für Griechenland. Das bedeutet: Athen müsste seine Kredite erst in 30 Jahren zurückzahlen.

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Eine Schuldenstreckung für den wirtschaftlich angeschlagenen Euro-Mitgliedsstaat Griechenland ist nach Worten des Eurogruppen-Chefs Jean-Claude Juncker erwägenswert. Eine Verlängerung der Kredite auf eine Laufzeit von 30 Jahren sei vorstellbar, sagte Juncker bei einem Besuch in Athen. Er müsse diesen Vorschlag jedoch erst mit seinen Kollegen beim Eurogruppen-Treffen beraten.

Zudem sei er für einen Rückkauf von Schulden durch Griechenland offen, sollte sich Deutschland nicht gegen diese Idee stellen. Die Emission von gemeinsamen Eurobonds in der Eurozone halte er kurzfristig nicht für machbar. Griechenland werde überleben und der Euro die Krise überstehen, fügte er hinzu.

Griechenland hatte im Mai vergangenen Jahres als erstes Land Finanzhilfen der EU und des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 110 Milliarden Euro erhalten. Für 2013 wird die Schuldenlast des Mittelmeerlandes auf 158 Prozent des Bruttoinlandsprodukts geschätzt. Zweifel mehren sich, ob das Land in der Lage ist, seinen Verpflichtungen nachzukommen. Medienberichten zufolge arbeiten EU, IWF und Europäische Zentralbank an einem Plan zur Umschuldung.

Auch der niederländische Finanzminister Jan Kees de Jager sagte, dass man Griechenland ein langsameres Abtragen seiner Schuldenlast erlauben sollte. Griechenland hat drei Jahre, um die Kredite zurückzuzahlen. De Jager hält sieben Jahre wie im Fall von Irland für angemessen. Die Niederlande seien jedoch strikt gegen eine Senkung der Kreditzinsen für Griechenland, sagte er.