Technologiekonzerne

HP und Dell wischen Sorge vor Abschwung vom Tisch

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Analysten zweifeln noch an Kraft des Aufschwungs, doch HP und Dell melden gute Zahlen und verbreiten Optimismus für die Branche.

Die Technologiekonzerne Dell und Hewlett-Packard haben Sorgen vor schwächeren Geschäften in der Branche vom Tisch gewischt. Beide Firmen sprachen bei der Vorlage ihrer Quartalszahlen von einer starken Entwicklung auf breiter Front mit Geschäftskunden und nur wenigen Hinweisen auf eine Dämpfung der Nachfrage bei Privatkunden. In der vergangenen Woche hatte der weltgrößte Netzwerkausrüster Cisco vor einer „außergewöhnlichen Unsicherheit“ bei seinen Kunden aus allen Bereichen der Wirtschaft gewarnt. Experten stellen sich seit längerem die Frage, ob die Rückkehr der Verbraucher an die Verkaufstische angesichts des nur moderaten Wachstums in den USA, Europa und China von Dauer sein wird.

Bei HP wuchs der Nettoertrag im dritten Quartal um sechs Prozent auf fast 1,8 Milliarden Dollar, wie der Konzern am Donnerstag bei seiner ersten Bilanz-PK nach dem überraschenden Chef-Abgang Anfang August mitteilte. Der Umsatz stieg um elf Prozent auf 30,7 Milliarden Dollar. Zur Produktpalette des Konzerns gehören unter anderem PCs, Laptops, Drucker, Server und Scanner. Das Unternehmen bekräftigte bei Bilanzvorlage nach Börsenschluss sein Gewinn- und Umsatzziel für das Gesamtjahr. Die Aktie fiel nachbörslich dennoch leicht.

Im Blickpunkt bei HP steht aber auch die Suche nach einem neuen Firmenchef. Der bisherige CEO Mark Hurd war vor zwei Wochen nach Vorwürfen sexueller Belästigung zurückgetreten. Er hatte den Konzern seit 2005 gelenkt und galt als entscheidender Faktor für den Erfolgskurs von HP. Seit seinem Rückzug hat die HP-Aktie zwölf Prozent an Wert eingebüßt.

Dell schnitt mit Umsatz und Gewinn in seinem zweiten Geschäftsquartal besser ab als von Experten erwartet. Der weltweit Branchendritte rechnet zudem damit, dass die Nachfrage von Unternehmenskunden noch anzieht. Dell erzielte unter dem Strich ein Ergebnis von 545 Millionen Dollar nach 472 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Ohne Sonderposten verdiente das Unternehmen 32 Cent je Aktie. Analysten hatten mit nur 30 Cent kalkuliert. Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 15,5 Milliarden Dollar. Die Bruttogewinnmarge betrug 17,2 Prozent und verfehlte damit verfehlte die Analystenerwartungen von 17,7 Prozent. Die Märkte reagierten verschnupft. Dell-Aktien fiel nachbörslich um 2,6 Prozent.

Der einst größte Computerhersteller liegt inzwischen hinter HP und Acer zurück. Firmengründer und -Chef Michael Dell hatte jüngst die Unzufriedenheit der Aktionäre zu spüren bekommen. Bei seiner Wiederwahl ins Dell-Direktorium musste er auf die Unterstützung von mehr als einem Viertel der Wähler verzichten.

Im Technologiesektor laufe es weiter gut, sagte Analyst Louis Miscioscia von Collins Stewart. Aber die Konsumfreude der Verbraucher habe ganz klar nachgelassen. Für das zweite Halbjahr werde noch mit ordentlichen Ergebnissen der Branche gerechnet. Die Erwartungen seien aber etwas gesunken.