Neue Risiken

IWF warnt Japan vor Übergreifen der Schuldenkrise

Die Schuldenkrise in Europa gefährdet auch die Wirtschaft in Übersee. Der IWF hat Japan vor einem Konjunktureinbruch gewarnt – und rät zum schnellen Schuldenabbau.

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Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat Japan vor einem Übergreifen der europäischen Schuldenkrise gewarnt. Sollte die Weltwirtschaft wegen der Probleme in Europa an Schwung verlieren, werde dies Japan hart treffen, sagte IWF-Vize-Chef Naoyuki Shinohara.

Auch die hohe Schuldenlast des Staates sei langfristig nicht durchzuhalten, wenngleich Japan wegen der hohen Ersparnisse der heimischen Bevölkerung kaum für spekulative Angriffe auf den Anleihemärkten anfällig sei.

„Es gibt eine Reihe von Risiken für das japanische Bankensystem“, erklärte Shinohara während eines Seminars. „Darunter eine mögliche Verlangsamung des weltweiten Wachstums durch die europäischen Schuldenprobleme sowie der Erholung in den USA.“ Shinohara nannte in diesem Zusammenhang zudem „eine potenzielle Umkehr des Immobilienbooms in Schwellenländern wie China“. Die Volksrepublik hat am Dienstag das zweite Mal binnen weniger Wochen die Leitzinsen erhöht, um den Immobilienmarkt zu zügeln.

Die Ratingagentur Moody’s veröffentlicht in Tokio ihre Einschätzung der Entwicklung der öffentlichen Haushalte in mehreren Ländern. Es wird aber nicht erwartet, dass sie ihre Noten für die Kreditwürdigkeit dieser Staaten verändert.