Deutsche Bahn

Das Warnstreik-Geheimnis der Lokführer

Die von der Lokführer-Gewerkschaft GDL angekündigten Warnstreiks sind ausgeblieben. In Berlin und anderswo rollt der Schienenverkehr - vorerst.

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Die angekündigten Warnstreiks der Gewerkschaft der Lokomotivführer (GDL) sind am Montagmorgen noch ausgeblieben. Pendler konnten zu früher Stunde wie geplant mit dem Zug fahren und mussten auf ihrem Weg zur Arbeit nicht kurzfristig umdisponieren. Nach Angaben der Deutschen Bahn (DB) lagen keinerlei Informationen über etwaige Arbeitskampfmaßnahmen vor.

Die Berliner S-Bahn teilte mit: „Derzeit liegen uns keine konkreten Informationen vor.“ Frank Schmidt, NRW-Chef der GDL, sagte am frühen Morgen: "Wir haben aus der Zentrale keine Nachricht über einen Streikeinsatz erhalten.“ Er betonte, dass vor Beginn etwaiger Streiks auf jeden Fall die Öffentlichkeit „rechtzeitig informiert“ werden solle. In hessen wird am Montag nicht gestreikt: „Es finden heute keine Streikmaßnahmen in Hessen statt“, sagte GDL-Vertreter Michael Krienke in Frankfurt. Er schloss für sein Bundesland nicht aus, dass die Züge am Dienstag stillstehen könnten. Auch in Baden-Württemberg gibt es am Montag keinen Streik. „Heute wird es definitiv nicht dazu kommen“, sagte Thorsten Weske, der Vorsitzende der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) im Bezirk Südwest. Ob in den nächsten Tagen gestreikt werde, könne er noch nicht sagen.

Die GDL hatte für Montag öffentlichkeitswirksam Warnstreiks terminiert, die genauen Zeiten und Orte aber offen gelassen. Der GDL-Bundesvorsitzen Claus Weselsky hatte der Leipziger Volkszeitung gesagt: „Wir werden die Kunden rechtzeitig über den Streik informieren. Wir fangen mit kürzeren Streiks an, haben mehrere Aktionen geplant, bis sich die Arbeitgeber bewegen.“ Die Arbeitsniederlegung soll demnach nicht länger als jeweils drei Stunden dauern. Bei früheren Arbeitskämpfen hatte die Gewerkschaft zwölf Stunden vor Streikbeginn über den Start des Arbeitskampfes informiert.

Die GDL fordert einen einheitlichen Flächentarifvertrag für alle 26.000 Lokführer im Nah-, Fern- und Güterverkehr. Dafür muss sich die GDL sich mit der Deutschen Bahn AG sowie privaten Unternehmen im Personen- und Güterverkehr einigen. Die GDL-Tarifkommission beschloss die Arbeitskampfmaßnahmen Anfang Februar. Einem bereits erstrittenen Branchentarifvertrag zwischen der Bahn, sechs großen Wettbewerbern und der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) will sich die GDL nicht anschließen. Jene Ergebnisse lägen erheblich unter den GDL-Forderungen, hieß es.

Unter der Rufnummer 08000 / 99 66 33 können sich Fahrgäste im Inland über die konkreten Auswirkungen der Aktionen informieren. Kunden im Ausland erhalten Informationen unter 0049 / 1805 334444. Details sind über das Internet-Angebot der Bahn zu erfahren . Außerdem kündigte die Bahn an, Kunden ihre Fahrkarten zu erstatten, die wegen streikbedingter Zugausfälle, Verspätungen oder Anschlussproblemen ihre Reise nicht antreten können.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hat die Arbeitgeber davor gewarnt, den Forderungen der Lokführergewerkschaft GDL nachzugeben. „Wenn die Arbeitgeber der GDL einen besseren Abschluss als mit uns zugestehen, wird das weitreichende Konsequenzen haben“, sagte der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner dem „Tagesspiegel“ (Montagausgabe). Dann werde seine Gewerkschaft Nachverhandlungen fordern und gleiche Bedingungen verlangen. Mit der EVG und den sechs großen regionalen Schienenunternehmen hatte sich die Bahn bereits am 17. Januar auf einen Branchentarifvertrag geeinigt. Die GDL wollte sich dem nicht anschließen.

Verwirrung gab es um einen angeblichen Streikaufruf der GDL. Ein am Sonntagabend verbreitetes Fax mit dem Logo der GDL über einen Warnstreik in der Zeit von 7.00 Uhr bis 11.00 Uhr stamme nicht von ihrer Organisation, sagte eine GDL-Sprecherin. „Diese Meldung ist definitiv falsch.“ Die Lokführergewerkschaft werden die Öffentlichkeit wie angekündigt rechtzeitig über Ort und Umfang der Warnstreiks unterrichten.