Schlechte Ernte

Orangen- und Apfelsaft werden deutlich teurer

Ernteausfälle in Brasilien treiben den Preis für Orangensaft in die Höhe. Auch für Apfelsaft müssen die Verbraucher wohl bald mehr bezahlen.

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Orangensaft aus dem Supermarkt ist nach Branchenangaben deutlich teurer geworden. Deutschlands größter Discounter Aldi habe den Preis für den Liter Orangensaft zu Monatsbeginn um 20 Cent auf 89 Cent erhöht, sagte der Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF), Klaus Heitlinger. Es sei davon auszugehen, dass andere Billigsupermarktketten wie Lidl oder Netto gleichzögen oder dies schon getan hätten. Auch außerhalb des Discount-Segements seien Preiserhöhungen wahrscheinlich. Die Billigsupermarktketten alleine machen den Angaben zufolge 60 Prozent des Fruchtsaftmarktes in Deutschland aus.

Hintergrund sind demnach deutlich gestiegene Einkaufskosten für Fruchtsaftkonzentrat durch wetterbedingte Ernteausfälle im Hauptexportland Brasilien. Aus Brasilien kommen 80 Prozent des weltweiten Fruchtsaftkonzentrats. Wiederum 80 Prozent des Fruchtsaftes in Deutschland werden aus Konzentrat hergestellt. Wie sich der Orangensaftpreis im Getränkefachhandel entwickle, könne nur schwer vorhergesagt werden, sagte Heitlinger.

Neben dem Preisanstieg bei Orangensaft müssten Verbraucher in diesem Jahr wegen der voraussichtlich deutlich schlechteren Apfelernte auch mit höheren Preisen für Apfelsaft rechnen, sagte der Verbandsgeschäftsführer. „Mit einem Preisanstieg ist wahrscheinlich im November zu rechnen.“ Um wie viel Apfelsaft teurer werde, lasse sich aber noch nicht sagen. „Derzeit bilden sich gerade die Preise“, sagte Heitlinger. Bei den Äpfeln deutet sich nach Angaben der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) eine so geringe Ernte an wie nur einmal zuvor in den vergangenen 15 Jahren.