Atomare Endlagerung

Amt für Strahlenschutz auf Schlingerkurs mit Folgen

Kommunikationspannen passieren. Aber bei einem so heiklen Thema wie der atomaren Endlagerung können sie kaum als Petitesse durchgehen.

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Mit der Kommunikation zwischen dem Bundesumweltministerium und dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) steht es nicht zum Besten. Anders ist es kaum zu erklären, warum das für die atomare Endlagerung zuständige BfS den faktischen Stopp der Erkundungsarbeiten in Gorleben anordnet und sich dabei auf eine „Vorgabe“ des Ministeriums beruft, von der das Ministerium gar nichts weiß.


Kommunikationspannen passieren zwar in den besten Häusern, aber in einem so heiklen Thema wie der atomaren Endlagerung können sie kaum als Petitesse durchgehen. Die offizielle Erklärung, die irrtümliche Stornierung aller Erkundungsarbeiten basiere auf einem „Missverständnis“, ist mehr als dürftig. Sie gibt Raum für Spekulationen. Wie konnte Röttgen von einer nachgeordneten Behörde so missverstanden werden? Der Minister betont doch seit Monaten, die Wiederaufnahme der Erkundung des Salzstocks sei ein Gebot der Verantwortung gegenüber nachfolgenden Generationen. Spricht der einst vom Grünen-Umweltminister Jürgen Trittin eingesetzte BfS-Präsident König nicht mit seinem neuen Dienstherrn oder soll der in Union und Atomindustrie gleichermaßen unbeliebte BfS-Chef mit Hilfe des obskuren Vorgangs demontiert werden?

Vielleicht trägt Röttgen am „Missverständnis“ eine Mitschuld, weil er es Atomkraftgegnern und -befürwortern gleichermaßen recht machen will. So ist nicht ausgeschlossen, dass sein Haus intern den Eindruck vermittelte, ein Tritt auf die Bremse in Gorleben komme nicht ungelegen – und das BfS hatte den Fingerzeig nur überinterpretiert.