Deutsche Bahn

Bahn-Kunden drohen Warnstreiks ab Montag

Die Warnstreiks bei der Bahn und damit auch bei der Berliner S-Bahn beginnen nicht vor Montag. Der Grund: Die Lokführer wollen die Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen abwarten.

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Bahnkunden müssen sich ab Montag (21. Februar) auf Einschränkungen einstellen. Die Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) kündigte an, ab diesem Tag seien Warnstreiks möglich. Vorher werde die Gewerkschaft aus Rücksicht auf die alpinen Ski-Weltmeisterschaften in Garmisch-Partenkirchen die Arbeit nicht niederlegen, sicherte GDL-Chef Klaus Weselsky zu. Davon betroffen wäre dann auch die Berliner S-Bahn.

Die GDL kämpft für einen Branchentarifvertrag für die 26.000 Lokführer bei allen Bahnunternehmen im Nah-, Fern- und Güterverkehr. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hat einen solchen Vertrag bereits mit der Deutschen Bahn und sechs großen Privatbahnen abgeschlossen, allerdings nur für den Nahverkehr. Die GDL will einen eigenen Vertrag.

Die Geschäftsführung der Berliner S-Bahn hatte zuvor an die GDL appelliert, die S-Bahn in der Hauptstadt vom Arbeitskampf auszunehmen. In einem Brief an die GDL verweist die S-Bahn auf die „schwierige Situation der S-Bahn“, berichtet Morgenpost Online . Angesichts des seit Sommer 2009 aufgrund technischer Probleme eingeschränkten Angebots der S-Bahn befürchtet deren Geschäftsführung, dass sich bei einem Streik das Aggressionspotenzial gegenüber den Beschäftigten noch erhöhen wird. Weselsky erklärte aber gegenüber dem „Tagesspiegel“, man werde die besondere Situation der S-Bahn sicherlich berücksichtigen, sie aber nicht komplett aus dem Arbeitskampf heraushalten.

Die GDL schloss jedoch unbefristete Streiks gleich zu Beginn der Auseinandersetzung mit der Deutschen Bahn aus. Man werde nicht „mit der großen Keule“ zuschlagen, sagte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky dem „Tagesspiegel". Die Gewerkschaft bereitet nach eigenen Angaben eine Urabstimmung vor.

Zuletzt hatte es 2007/08 einen unbefristeten Streik der GDL gegeben. Dieser hatte monatelang den Bahnverkehr in Deutschland stark beeinträchtigt. Auch damals hatten die beteiligten Gewerkschaften unterschiedliche Positionen vertreten, was die Dauer des Arbeitskampfes verlängerte. Diesmal hat die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG bereits einem Tarifvertrag mit der Deutschen Bahn und sechs Privatbahnen zugestimmt. Die GDL, die die Mehrzahl der Lokführer vertritt, lehnt ihn aber ab und fordert Nachbesserungen.