Jens Weidmann

Koalition einigt sich auf neuen Bundesbank-Chef

Union und FDP haben sich auf Jens Weidmann als neuen Bundesbank-Präsidenten festgelegt. Die Entscheidung über den Vize-Posten ist auch gefallen.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat bestätigt, dass ihr Wirtschaftsberater Jens Weidmann zum 1. Mai neuer Präsident der Bundesbank werden soll. Neue Vize-Präsidentin der Währungshüter solle als erste Frau die bisherige Bankenaufseherin Sabine Lautenschläger werden.

Der 42-jährige Weidmann wird der jüngste Notenbank-Chef in der Geschichte der Bundesbank. Der Spitzenposten wird vorzeitig frei, weil Noch-Präsident Axel Weber Ende April zurücktritt. Zunächst unklar war, ab wann Weidmann den Spitzenposten in Frankfurt antritt.

Der Wirtschaftsexperte Bert Rürup hält Weidmann für eine gute Besetzung für den Chefposten der Bundesbank. „Durch seine Arbeit im Bundeskanzleramt hat Jens Weidmann gelernt, wie politische Ziele zu erreichen sind. Das ist eher ein Vorteil als ein Nachteil, um ein erfolgreicher Bundesbank-Präsident zu sein“, sagte Rürup dem Düsseldorfer „Handelsblatt“. Allerdings wäre es aus Sicht Rürups günstiger, wenn es eine Übergangszeit zwischen Weidmanns Tätigkeit im Kanzleramt und der Übernahme der Leitung der Bundesbank geben würde.

Während Bundeskanzlerin Merkel eine Berufung Weidmanns von Beginn an befürwortet hatte, gab es in der FDP Bedenken, ob ein direkter Wechsel vom Kanzleramt zur Bundesbank nicht deren Unabhängigkeit in Frage stellen würde. Auch aus der Opposition im Bundestag gab es deswegen Kritik an einer Benennung Weidmanns als Weber-Nachfolger.

Weber hatte vor einigen Tagen überraschend seinen Rückzug für Ende April angekündigt. Auch wird er auf eine Kandidatur für den Posten des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB) verzichten. Weber war zuvor als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für die Nachfolge von EZB-Chef Jean-Claude Trichet gehandelt worden. Weber hatte seine Entscheidung damit begründet, dass er im EZB-Rat mit seiner finanzpolitischen Haltung isoliert dagestanden habe. Er hatte öffentlich kritisiert, dass die EZB Anleihen von in Finanznot geratenen Staaten aufkauft.