Tarifrunde

VW-Beschäftigte erhalten 3,2 Prozent mehr Lohn

Mitarbeiter von Volkswagen erhalten eine kräftige Einmalzahlung und etwas mehr Lohn als der Rest der Metallbranche.

Die Löhne der 100.000 Beschäftigten der westdeutschen VW-Werke steigen zum 1. Mai um 3,2 Prozent. Darauf haben sich Volkswagen und die IG Metall in der Nacht in Langenhagen bei Hannover in den Verhandlungen über den VW-Haustarifvertrag geeinigt. Der Tarifabschluss sieht zudem für die Monate Februar bis April eine Einmalzahlung von ein Prozent eines Jahresgrundentgeltes oder mindestens 500 Euro vor. Der neue Entgelttarifvertrag habe eine Laufzeit von 16 Monaten, teilten die Tarifpartner am Morgen mit.

Der Haustarifvertrag von Volkswagen gilt für die VW-Werke Wolfsburg, Braunschweig, Hannover, Salzgitter, Emden und Kassel. Das Ergebnis der Tarifrunde wird zudem auf die Tochtergesellschaften VW Financial Services, AutoVision, Sitech, Autostadt, Volkswagen Immobilien und Wolfsburg AG übertragen.

Der Autobauer hatte der Gewerkschaft zuletzt angeboten, die Tariflöhne ab 1. Juni um 2,9 Prozent anzuheben. Damit würden die VW-Mitarbeiter etwas mehr erhalten als die Beschäftigten anderer Branchenunternehmen. Der Flächentarif für die Metall- und Elektroindustrie, nach dem die meisten Autohersteller und Zulieferer ihre Mitarbeiter bezahlen, sieht für dieses Jahr eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 2,7 Prozent vor. VW hatte zudem eine Einmalzahlung von 300 Euro für die Monate Februar bis Mai ins Gespräch gebracht. Damit hätte die Offerte ein Volumen von dreieinhalb Prozent.

Die IG Metall hatte Nachbesserungen am Angebot der Arbeitgeber verlangt. Ihr ist die von VW vorgeschlagene Laufzeit von 23 Monaten zu lang und die angebotene Lohnerhöhung zu niedrig. Die Gewerkschaft war mit einer Forderung nach einem Lohnaufschlag von sechs Prozent in die Verhandlungen gegangen, sie begründet dies mit der guten Geschäftslage bei Europas größtem Autobauer.

VW steht derzeit gut da. Der Autobauer profitiert von der hohen Nachfrage vor allem in China und den USA, in Deutschland werden Sonderschichten gefahren. Das Management hatte jedoch argumentiert, es gebe im globalen Wettbewerb dennoch große Risiken. Die Lage könne sich jederzeit ändern.