Deutsche-Bank-Chef

Politiker laufen Sturm gegen Ackermanns Frauenbild

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Frauen im Vorstand sorgen für mehr Farbe und machen das Leben schöner, findet Deutsche-Bank-Chef Ackermann. Der flapsige Spruch bringt ihm Widerspruch ein.

Primär ging es bei der Bilanzvorlage der Deutschen Bank vergangene Woche um ganz andere Zahlen als um die viel diskutierte Frauenquote. Die Bank habe laut Ackermann Frauen, die eine Förderung durch Quoten nicht nötig hätten. Verbesserungspotenzial sieht aber auch der Chef der Bank, da sich derzeit weder im Vorstand noch eine Ebene darunter ein weibliches Mitglied befinde. "Aber ich hoffe, dass das irgendwann dann farbiger sein wird und schöner auch“, sagte Ackermann.

Frauen aus Politik und Wirtschaft konterten laut Bericht diese Äußerungen: "Wer es farbiger und schöner mag, soll auf eine Blumenwiese gehen oder ins Museum“, sagte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) dem "Handelsblatt".

"Wenn Herr Ackermann mehr Farbe im Vorstand will, soll er sich Bilder an die Wand hängen“, lautete in dem Bericht die Empfehlung der Europa-Abgeordneten Silvana Koch-Mehrin (FDP). Die Unternehmerin Jette Joop habe die Äußerung des Banken-Chefs mit Humor genommen, heißt es weiter: "Das tradierte Rollenbild von Herrn Ackermann holt ihn ein, oder warum hat er seinen 60. Geburtstag im Bundeskanzleramt bei Frau Merkel gefeiert?“

Auch Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt äußerte sich zum Thema Quote in einem Beitrag für die "Bild am Sonntag": Eine gesetzliche Frauenquote in der freien Wirtschaft wäre unpraktikabel, im Übrigen auch unternehmens- und verfassungsrechtlich unmöglich", schreibt Hundt. Wenn aber Neubesetzungen anstünden, "erwarte ich, dass deutlich mehr Frauen als bisher an die Spitze berufen werden."

Ein Sprecher der Deutschen Bank teilte Morgenpost Online mit: "Das Handelsblatt (Motto: Substanz entscheidet) disqualifiziert sich mit diesem Artikel als seriöse Wirtschaftszeitung." Ackermann habe auf der Jahrespressekonferenz der Deutschen Bank eine gesetzliche Frauenquote mit der Begründung abgelehnt: "Wir haben in der Deutschen Bank Frauen, die eine Quote nicht nötig haben."

Dies wie auch das Eintreten für mehr Gleichheit zwischen den Geschlechtern in Führungspositionen der Bank belegten, dass Ackermann "und mit ihm die Bank auf einen leistungsbezogenen Aufstieg von Frauen setzen. Alles anders entbehrt jeder sachlichen Grundlage."