Wirtschaftsforschung

Berliner DIW hat zwei neue Chefs

Foto: DIW

Am Berliner Forschungsinstitut DIW wurde ein Führungswechsel vollzogen. Nachfolger von Klaus Zimmermann an der Spitze der Einrichtung wird der Ökonom Gert Wagner. Ihm zur Seite steht Georg Weizsäcker.

Neuer Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) wird der Ökonom Gert Wagner. Das Kuratorium des DIW berief ihn am Freitag zum Vorsitzenden des Vorstands des größten deutschen Wirtschaftsforschungsinstituts. Zum stellvertretenden Vorsitzenden wurde Georg Weizsäcker berufen, wie das DIW mitteilte. Wagner (58) ist Leiter des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) im DIW, Weizsäcker Forschungsdirektor. Wagner, der das DIW bis Ende 2012 leiten soll, kündigte an, die Konjunkturforschung aufzuwerten und die Arbeit auf Schwerpunkte zu konzentrieren.

Wagner folgt auf Klaus Zimmermann, der sein Amt in der vergangenen Woche zur Verfügung gestellt hatte. Gleichzeitig hatte Alexander Kritikos auf eigenen Wunsch sein Amt als Vizepräsident niedergelegt. Kritikos werde sich als Forschungsdirektor am DIW Berlin neuen wissenschaftlichen Aufgaben stellen, hieß es.

Das Kuratorium unter Vorsitz des ehemaligen Wirtschaftsweisen Bert Rürup befasste sich laut Mitteilung auch mit der finanziellen Situation des Instituts und notwendigen Einsparungen. In diesem Zusammenhang werde auch das vom Berliner Landesrechnungshof kritisierte Engagement mit dem US-Institut DIW DC auf den Prüfstand gestellt, hieß es.

Zimmermann und das DIW hatten im vergangenen Jahr wiederholt für negative Schlagzeilen gesorgt. Der Rechnungshof Berlin warf dem DIW Verschwendung von Steuergeldern in Millionenhöhe vor. In seinem Jahresbericht 2010 kritisierte der Rechnungshof Ausgaben in Höhe von etwa fünf Millionen Euro als nicht nachvollziehbar oder kritikwürdig. Auch Zimmermann wurde im Jahresbericht indirekt kritisiert. Aufgrund seiner Geschäftsführertätigkeit für ein Bonner Unternehmen und seiner Vorstandstätigkeit in einer Washingtoner Gesellschaft sei er „etwa nur zu einem Drittel der Arbeitszeit am DIW anwesend“.