Energieversorger

Gazprom will Gas in Europa teurer machen

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Der russische Energieriese ist für rund ein Viertel der europäischen Gasversorgung zuständig. Das Unternehmen plant eine Preiserhöhung.

Russisches Erdgas dürfte für europäische Kunden deutlich teurer werden: Der staatliche Monopolist Gazprom will den Durchschnittspreis für Europa im laufenden Jahr um 14 Prozent erhöhen, wie zwei mit den Plänen vertraute Personen sagten.

Europa deckt ein Viertel seines Bedarfs mit russischem Erdgas. Für Gazprom sind die westlichen Nachbarn die wichtigste Einnahmequelle. Den Angaben zufolge will der Ölkonzern den Preis je 1000 Kubikmeter auf 352 Dollar von 308 Dollar erhöhen.

Auch die Exporte nach Westeuropa sollen 2011 demnach auf über 152 Milliarden Kubikmeter von 140 Milliarden steigen. Bei langfristigen Verträgen mit europäischen Kunden orientieren sich Gazproms Forderungen an den Ölpreisen, die zuletzt auf ein Zweijahreshoch von über 100 Dollar je Barrel gestiegen waren. Viele Kunden haben gefordert, dass der russische Monopolist auch den Spotmarkt bei der Preiskalkulation berücksichtigt. Doch der Vorschlag stößt bei Gazprom auf Widerstand.

Nach Angaben aus Kreisen plant Gazprom seine Gesamtproduktion 2011 leicht auf 505,6 Milliarden Kubikmeter zu drosseln. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen laut Daten des Energieministeriums 508,6 Milliarden Kubikmeter produziert. In den kommenden zwei Jahren soll die Herstellung aber auf knapp 560 Milliarden Kubikmeter steigen.