Riesiger Verlust

Marode Banken kosten Rettungsfonds Milliarden

Foto: ddp

Der staatliche Sonderfonds SoFFin steckt tief in den roten Zahlen. Die Rettung von HRE und Co. beschert ihm erneut einen Milliardenverlust.

Der Bankenrettungsfonds SoFFin macht sich auch im laufenden Jahr auf einen Milliardenverlust gefasst. „Unter dem Strich rechne ich bedingt durch Abschreibungen wieder mit einem Milliardenverlust“, sagte der Vorsitzende des parlamentarischen Kontrollgremiums für den SoFFin, Florian Toncar (FDP), dem „Handelsblatt". „Derzeit ist nicht absehbar, ob der Verlust höher oder geringer als im Vorjahr ausfällt.“ 2009 hatte der staatliche Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) 4,26 Milliarden Euro Verlust erwirtschaftet. Damals waren 4,75 Milliarden Euro auf die vollverstaatlichte Hypo Real Estate (HRE) abgeschrieben worden.

„Retten ist leider kein lukratives Geschäft“, hatte SoFFin-Chef Hannes Rehm dazu gesagt. Auch 2010 werden Abschreibungen auf den Münchener Immobilienfinanzierer fällig, wie Toncar der Zeitung sagte. Der Fonds ist auch an der Commerzbank (18,2 Milliarden Euro), der WestLB (3,0 Milliarden) und der Aareal Bank (0,4 Milliarden) beteiligt. Nur der Wiesbadener Immobilienfinanzierer Aareal hat bisher einen Teil der Stillen Einlage zurückgezahlt.

Die Commerzbank muss darauf bisher noch nicht einmal Zinsen zahlen, weil sie Kreisen zufolge auch in diesem Jahr nach HGB voraussichtlich einen Verlust schreibt. Geld verdient der SoFFin aber mit den Garantien, die er im dreistelligen Milliardenvolumen an diverse Banken gegeben hat. „Es zeichnen sich Einnahmen aus Garantien ab, die ganzjährig auf hohem Niveau waren“, sagte Toncar. Experten zufolge lägen die Einnahmen bei rund einer Milliarde Euro. Die „Bad Bank“ der HRE, FMS Wertmanangement, hatte am Vortag bekanntgegeben, dass sie 47 Milliarden Euro an Liquiditätsgarantien zurückgegeben hat. Die restlichen 53,5 Milliarden Euro sollen bis Mitte 2011 folgen.