Geldautomaten

Die Abzocke am Bankautomaten muss aufhören

Ileana Grabitz

Foto: dpa / dpa/DPA

Die Geldhäuser haben auf die Kritik an überzogenen Abhebe-Gebühren reagiert. Für den Verbraucher ändert sich dadurch allerdings wenig.

Seit Jahren schon schröpfen die Banken deutsche Verbraucher und knöpfen ihnen teils unverschämte Gebühren ab: Bis zu zwanzig Euro werden fällig für den Unglücksseligen, der es wagt, sein Geld bei einem Automaten abzuheben, der nicht seiner Hausbank gehört. Entsprechend groß – und nachvollziehbar – war die Wut bei Politik wie Verbraucherschützern. Selbst die zuständige Ministerin Ilse Aigner verschärfte zuletzt völlig zu Recht den Ton und drohte mit einem Gesetz gegen hohe Abhebegebühren, um die Geldhäuser zur Raison zu bringen.

Die Warnung verfehlte ihre Wirkung zwar nicht, denn die Banken handelten. Allein: Sie erfüllten lediglich die für sie selbst einfachste und billigste aller möglichen Forderungen. So mag es zwar die Mündigkeit der Verbraucher erhöhen, wenn sie künftig gleich beim Geldabheben erfahren, wie hoch die Gebühr für diesen Service wirklich ist. Am grundsätzlichen Irrsinn, derart hohe Entgelte für vergleichsweise kostengünstige Dienstleistungen zu verlangen, ändert die Regelung nichts. Auf weniger als einen Euro belaufen sich die Kosten für derlei Transaktionen, was etliche Geldinstitute in den vergangenen Jahren jedoch nicht davon abhielt, die Gebühren hochzusetzen.

Am Ende schaden sich die Banken und Sparkassen auch selbst. Ihr Image ist ohnehin schwer beschädigt, seitdem die Finanzkrise ein Schlaglicht auf manch zweifelhafte Machenschaften der Branche geworfen hat. Ihre mangelnde Einsicht im Gebührenstreit und ihre Unfreundlichkeit gegenüber den Verbrauchern wird ihr Ansehen nur weiter ramponieren.