Sparverhalten

Reiche Kinder kaufen Aktien und Immobilien

Kinder und Jugendliche in Deutschland werden immer reicher. Im vergangenen Jahr haben sie ihre Einnahmen aus Geldgeschenken, Taschengeld und Jobs um neun Prozent auf 23,1 Milliarden Euro gesteigert. Sie geben das Geld nicht nur für Reiterferien, Klingeltöne oder Clubs aus – sondern stecken ihr Erspartes auch in Aktien und Immobilien.

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Kinder und Jugendliche in Deutschland werden immer reicher. Im vergangenen Jahr haben die 6- bis 19-Jährigen ihre Gesamteinnahmen aus Geldgeschenken, und Jobs um 9 Prozent auf 23,1 Milliarden Euro steigern können, zeigt eine neue Studie des Münchner Instituts Iconkids & Youth ergeben hat. Zugleich gehen sie der Studie zufolge so vernünftig wie nie mit dem Geld um, denn ihre Ausgaben sind im Jahresvergleich kaum gestiegen, und immerhin 2,2 Milliarden Euro gelangten direkt aufs Sparbuch.


Zugleich sind Jugendliche durchaus an einer gewinnbringenden Geldanlage interessiert, wie eine weitere Untersuchung ergab, für die das Instituts Youngcom repräsentativ 1078 Mädchen und Jungen zwischen 13 und 20 Jahren befragte. Bei der Frage nach der bevorzugten Geldanlage größerer Summen stehen Aktien (40,3 Prozent) an erster Stelle, gefolgt von Immobilien (34,3 Prozent) und Festgeld (29,7 Prozent). Und fast 11 Prozent der Befragten haben bereits Aktien. In der Regel wird aber noch ganz klassisch gespart, denn drei Viertel der Jugendlichen besitzen mindestens ein Sparbuch.



Die Untersuchung zeigt auch, dass sich nicht wenige Kinder und Jugendliche durchaus als reich bezeichnen dürfen. So verfügen 6,0 Prozent über ein Sparvermögen von 10.000 bis 50.000 Euro, entweder auf dem Sparbuch oder in Wertpapieren. Weitere 10,0 Prozent besitzen zwischen 5000 und 10.000 Euro und 11,0 Prozent zwischen 2500 und 5000 Euro. Zwei Drittel (62,0 Prozent) verfügen über bis zu 2500 Euro, und lediglich 2,0 Prozent haben überhaupt kein Sparvermögen.

Probleme mit Jugendkonten

Für die Banken wird die junge Kundschaft daher immer interessanter. Sie locken bei einer Kontoeröffnung mit Willkommensgeschenken wie Startguthaben, Rabattkarten für Fastfood-Ketten oder einer kostenlosen Bahncard. Wer sich auf eins der Angebot einlässt, hat sich aber möglicherweise zu früh gefreut. Denn die Rechtslage ist kompliziert und Bankgeschäfte mit Minderjährigen sind nicht ohne weiteres wirksam. Bei vielen Banken entsprechen die Verträge zudem nicht den Bestimmungen, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen jetzt herausgefunden hat.

Zwar dürfen Kinder und Jugendliche Geschenke durchaus annehmen, allerdings können sie nicht selbstständig ein Sparbuch oder ein Girokonto eröffnen. Minderjährige benötigen dazu die Einwilligung ihrer Eltern, und das gilt auch für Überweisungen, Barabhebungen oder den Antrag für eine EC-Karte. Verweigert nur ein Elternteil die Zustimmung, kommt der Vertrag nicht zustande.


Wenn der Sprössling gegen den Willen seiner Eltern Aktien ordert, braucht er die nicht zu bezahlen. Eine Ausnahmeregelung gilt für Jugendliche, die bereits arbeiten. Sie können auch ohne Einverständnis der Eltern ein Gehaltskonto eröffnen und ihr gesamtes Geld abheben. Das gilt wiederum nicht für diejenigen, die sich noch in der Ausbildung befinden.

Damit Eltern bei Minderjährigen nicht jedes einzelne Bankgeschäft absegnen müssen, können sie eine generelle Einwilligung im Voraus erteilen. Die gilt aber nicht für anschließende Verträge. So darf der Junior vom genehmigten Girokonto nicht einfach Geld abheben oder sein Konto überziehen. Dafür muss er sich sogar das Einverständnis der Eltern und sogar des Vormundschaftsgerichts holen.