Arbeitsmarkt

Tausende freie Lehrstellen im deutschen Handwerk

Viele deutsche Firmen suchen händeringend nach Auszubildenden, aber für Tausende Lehrstellen im Handwerk finden sich keine Bewerber.

Im Handwerk gibt es derzeit einen Lehrstellen-Boom. Bis Ende Juli wurden 82.427 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen, wie die „Bild“-Zeitung unter Berufung auf den Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) berichtete. Das seien 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Allein in den Lehrstellenbörsen der Handwerkskammern fänden sich zudem noch 15.000 freie Ausbildungsplatzangebote. „Junge Leute haben die große Auswahl. In allen Berufen gibt es noch freie Plätze“, sagte ZDH-Präsident Otto Kentzler der Zeitung.

Im Blick auf die Debatte um mehr Zuwanderung von Fachkräften aus dem Ausland fügte der Handwerks-Präsident hinzu: „Wir setzen zur Fachkräftesicherung vorrangig auf Ausbildung im Betrieb.“ Wegen der demographischen Entwicklung, die mit einem Rückgang der Schulabgänger-Zahlen einhergeht, fürchtet die Wirtschaft inzwischen einen Fachkräftemangel. Viele Branchen intensivieren deshalb inzwischen ihre Ausbildungsbemühungen.

Auch der Präsident des Deutschen Industrie und Handelskammertages (DIHK), Hans Heinrich Driftmann sprach gegenüber der „Passauer Neuen Presse" von einer robusten Verfassung des Ausbildungsmarktes. Besonders im Osten suchten viele Firmen wegen des teils dramatischen Rückgangs der Schulabgängerzahlen händeringend nach qualifizierten Bewerbern.