Dioxin-Skandal

Der Code verrät die verseuchten Eier

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Dioxin-Skandal weitet sich aus

Der Skandal um Dioxin in Futtermitteln hat ein größeres Ausmaß als zunächst angenommen.

Video: Reuters
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Im Skandal um Dioxin-verseuchte Eier hat das Land Nordrhein-Westfalen nun die Stempelnummern betroffener Eier veröffentlicht. Verbrauchern wird geraten, Nummer abzugleichen - oder gleich Bioeier zu kaufen.

Noch ist unklar, wie viele Betriebe betroffen sind. Verbraucher haben aber eine Chance, herausfinden, ob ihr Frühstücksei womöglich dioxinverseucht ist. Durch den Stempel auf dem Ei lässt sich zurückverfolgen, ob es von einem der betroffenen Betriebe stammt.

Nordrhein-Westfalen hat als erstes Bundesland entsprechend reagiert und veröffentlichte auf der Internetseite des Verbraucherschutz-Ministeriums Stempelnummern aus zwei Betrieben, von denen Eier mit überhöhten Dioxinwerten in den Handel gelangten.

Folgende Eier sind demnach verunreinigt: XL-Eier mit den Stempelnummern 2-DE-0513912 (MHD 20. Januar 2011, verkauft bis zum 23. Dezember 2010) und bräunliche Eier mit der Nummer 3-DE-0514411 (MHD 20. Januar 2011, verkauft bis zum 23. Dezember 2010).

Doch was verrät die Nummer auf dem Ei? Jedes in Deutschland verkaufte Ei trägt einen Stempel. Wer den Code zu entschlüsseln versteht, weiß, aus welcher Haltung, welchem Land und welchem Betrieb und Hof das Ei stammt. So weist eine Eins auf Freilandhaltung hin, eine Zwei auf Bodenhaltung, eine Drei auf Käfighaltung. Eine Null steht für die ökologische Produktion. Bei den darauf folgenden Länderkürzeln steht "DE" für Deutschland, "FR" für Frankreich, "EN" für England oder "NL" für die Niederlande.

Im Skandal um dioxinverseuchtes Tierfutter raten Verbraucherschützer und der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zum Kauf von Bio-Eiern. "Wir können eindeutig ausschließen, dass Bio-Höfe betroffen sind, da konventionelle Futtermittel dort nicht erlaubt sind", sagte BÖLW-Geschäftsführer Alexander Gerber am Mittwoch. Eine Belastung von Eiern aus Freilandhaltung sei dagegen "prinzipiell möglich". Die Verbraucherzentrale NRW bestätigte diese Einschätzung. Der aktuelle Dioxinskandal sei ein Futtermittelproblem und kein Problem der Haltung, betonte Gerber: "Bio-Eier sind sicher, da keine chemisch verarbeiteten Futterstoffe an die Legehennen verfüttert werden dürfen." Die mit dem Umweltgift verunreinigten Futtermittel des Produzenten Harles und Jentzsch aus Uetersen in Schleswig-Holstein fielen aber genau in diese Kategorie. Für Freilandeier gelten Gerber zufolge dagegen keine Futtermittel-Einschränkungen.