Übernahme gesichert

Jetzt hat Berggruen bei Karstadt das Sagen

Für die Warenhauskette Karstadt hat der letzte Gläubiger seinen Einspruch gegen den Insolvenzplan zurückgezogen. Damit hat Nicolas Berggruen freie Bahn für die Übernahme.

Nicolas Berggruen ist am Ziel. Der Milliardär darf tatsächlich die Warenhauskette Karstadt übernehmen. Am Donnerstagabend hat der letzte Gläubiger seine Beschwerde gegen den Insolvenzplan zurückgezogen, eine Gruppe im Umfeld des ehemaligen Hertie-Eigentümers Dawnay Day. Kurz zuvor hatte bereits der Geschenkwarenhersteller Gilde seinen Widerspruch zurückgenommen. Das Essener Amtsgericht hob am Abend das Insolvenzverfahren auf und bestätigte damit den Insolvenzplan. Nun kann die Kette mit 25.000 Mitarbeitern und 120 Häusern an Berggruen gehen.

Am 9. Juni 2009 hatte Karstadt zusammen mit seiner Muttergesellschaft Arcandor und zahlreichen Schwesterunternehmen nach einer viele Jahre dauernden Krise die Insolvenz beantragt. Berggruen hatte sich im anschließenden Bieterverfahren durchgesetzt und bereits im Juni 2010 den Kaufvertrag unterschrieben. Das Papier wurde jedoch lange Zeit nicht rechtskräftig, weil sich Berggruen mit dem Vermieterkonsortium Highstreet nicht über die Höhe der Miete und andere Regelungen verständigen konnte.

Erst Anfang September kam es zur Einigung. Die Einspruchsfrist gegen die Bestimmungen des Insolvenzplanes von Verwalter Klaus Hubert Görg lief jetzt aus. Um den Bestand des Unternehmens zu sichern, verzichten Lieferanten, Dienstleister, Vermieter und Mitarbeiter auf Geld in dreistelliger Millionenhöhe.