Morgenpost-Online-Ranking

Neue Kräfteverhältnisse bei deutschen Banken

Michael Gneuss

Foto: dpa

Die Bankenlandschaft gerät in Bewegung: Erstmals seit Jahren gehört wieder eine Landesbank zu den größten Instituten.

In der Bankenlandschaft tut sich was: Das zeigt sich auch im Morgenpost-Online-Ranking "die 50 größten deutschen Banken". Waren seit Jahren die Top3-Platzierungen immer fest in Händen der großen Geschäftsbanken, so hat nun die Landesbank Baden-Württemberg das Treppchen erklommen. Die im vergangenen Jahr noch auf Platz drei gelistete HypoVereinsbank rangiert jetzt unter dem Namen UniCredit auf Platz sechs.

Auf der Spitzenposition steht nach wie vor die Deutsche Bank. Allerdings: Während das nach der Bilanzsumme unangefochten größte Institut im vergangenen Jahr noch mehr als dreimal so stark wie die Nummer zwei (Commerzbank) war, so ist die Differenz jetzt stark geschmolzen. Nach Übernahme der Dresdner Bank konnte die Commerzbank (844,1 Mrd. Euro Bilanzsumme) den Abstand auf die Deutsche Bank (1500 Mrd. Euro) auf weniger als die Hälfte verkürzen. Das liegt allerdings auch daran, dass sich die Bilanzsumme der Deutschen Bank um knapp 32 Prozent verringert hat.

Insgesamt schrumpften die Bilanzsummen der 50 größten deutschen Banken um 10,4 Prozent. In den Jahren zuvor war diese Kennzahl immer gewachsen: 2008 um 4,4 Prozent, davor sogar um 10,9. Die Zahl der Mitarbeiter der Top50-Banken sank im vergangenen Jahr um 6,3 Prozent. Deutlich verbessert haben sich im Durchschnitt die Jahresüberschüsse. Während die größten Banken 2008 im Durchschnitt 568 Millionen Euro einbüßten, verzeichneten sie im vergangenen Jahr schon wieder ein Plus von knapp 17 Millionen Euro.

Die Top30-Versicherer konnten im vergangenen Jahr indes die Bruttobeiträge wieder steigern. Nach einem Minus von 0,9 Prozent im Jahr 2008, gab es 2009 einen Zuwachs von 6,3 Prozent.