Preisabsprachen

Einzelhandel droht Millionen-Strafe vom Kartellamt

Verdacht auf illegale Preisabsprachen: Mehreren Lebensmittelhändlern droht ein Millionen-Bußgeld durch das Kartellamt.

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Auf eine Gruppe von Lebensmittel-Einzelhändlern könnten im Zuge von Ermittlungen des Bundeskartellamts Bußgelder im unteren dreistelligen Millionenbereich zukommen. Das „Handelsblatt“ hatte unter Berufung auf Kartellrechtler berichtet, es gebe „Überlegungen“ zur Eröffnung eines offiziellen Verfahrens gegen eine Reihe von Einzelhändlern.

Das Kartellamt widersprach jedoch dem Bericht, wonach die Behörde nun plane, das Verfahren auszuweiten und in der kommenden Woche neue Fragebögen an Unternehmen der Branche zu versenden. „Wir planen derzeit nicht, weitere Fragebögen zu versenden“, sagte ein Sprecher. Es gebe im Kartellamt Überlegungen, das Verfahren „unter Umständen auf weitere Produktbereiche auszuweiten“, aber „bislang keine Entscheidung“ dazu. Es sei zudem noch nicht abzusehen, wann das Kartellverfahren in der Branche abgeschlossen werde.

Im Januar hatte das Bundeskartellamt bei einer bundesweiten Razzia Büros einer Gruppe von Einzelhändlern und Markenartikelherstellern durchsucht. Bei den Unternehmen bestand damaligen Angaben der Behörde zufolge Verdacht auf illegale Preisabsprachen bei Kaffee, Süßwaren und Tiernahrung.

Zu den Verdächtigen gehörten neben anderen der Handelskonzern Metro, die Supermarktketten Edeka und Lidl sowie der Tierfutter-Anbieter Fressnapf. Die Metro-Aktie zählte deshalb mit einem Abschlag von 1,7 Prozent in einen schwachen Markt zu den größten Verlierern im Dax. Was die Zeitung berichte, sei „nicht wirklich neu, aber hilft auch nicht gerade“, sagte ein Händler.

Die Wettbewerbshüter haben seit geraumer Zeit ein Auge auf die Lebensmittelbranche und den Handel geworfen. Durchsuchungen hatte es in der Vergangenheit schon bei Süßwarenherstellern gegeben. Zudem waren die Kaffeeproduzenten Melitta, Dallmayr und Tchibo wegen unerlaubter Absprachen mit Strafen von 160 Millionen Euro belangt worden.