Statistik

Energieverbrauch fällt auf Niveau der 70er-Jahre

2009 ist der Energieverbrauch in Deutschland deutlich zurückgegangen: 6,5 Prozent weniger Energie aus natürlichen Quellen wie Kohle wurden genutzt. Damit liegt der Verbrauch laut einer Untersuchung auf dem Niveau der frühen 70er-Jahre. Die Privathaushalte haben daran allerdings keinen Anteil.

Durch die Wirtschaftskrise ist der Energieverbrauch in Deutschland in diesem Jahr auf den tiefsten Stand seit fast 40 Jahren gefallen. Im Vergleich zum vergangenen Jahr wurden 6,5 Prozent weniger Primärenergie genutzt als 2008, wie die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) in Köln mitteilte. Das erreichte Niveau sei das niedrigste seit Anfang der Siebzigerjahre; verbraucht wurden demnach 13.281 Petajoule (PJ; ein Petajoule entspricht 10 15 Joule).

Besonders stark, um 18 Prozent, sank der Verbrauch von Steinkohle – auf 50,3 Millionen Tonnen Steinkohleeinheiten (SKE). Dies spiegele den geringeren Bedarf der Eisen- und Stahlindustrie wider, hieß es. Insgesamt ermittelte die AGEB für 2009 einen Verbrauch von 453 Millionen Tonnen SKE.

Da die energieintensiven Grundstoffindustrien in besonderem Maße vom Konjunktureinbruch betroffen gewesen seien, sei der Energieverbrauch sogar noch stärker zurückgegangen als das Bruttoinlandsprodukt, so die AGEB. Die privaten Haushalte steigerten ihren Verbrauch dagegen leicht infolge der deutlich niedrigeren Temperaturen im ersten Quartal. Der Anteil des Erdgases am Gesamtenergieverbrauch stieg leicht auf 21,7 Prozent.

Wichtigster Energieträger blieb mit einem Anteil von 34,6 Prozent am Energiemix das Mineralöl, dessen Verbrauch in diesem Jahr um 5,8 Prozent zurückging. Der Anteil erneuerbarer Energien stieg binnen Jahresfrist von 8,2 auf 9 Prozent. Die Atomkraft deckte rund 11 Prozent des gesamten Bedarfs.

Unter Primärenergie versteht man jene Energie, die in natürlichen Formen wie Kohle, Gas oder Wind steckt. Davon unterschieden wird die Sekundärenergie, die etwa als Kraftstoff, Kohlenbrikett oder Strom beim Verbraucher ankommt. Die AGEB wird von vier großen Energieverbänden und drei Forschungsinstituten getragen.

An Weihnachten dürfte die Organisation einen erhöhten Energieverbrauch feststellen: Am ersten Weihnachtsfeiertag benötigen die deutschen Haushalte rund ein Drittel mehr Strom als sonst. Vor allem durch die Zubereitung des Gänsebratens steigt am 25. Dezember der Strombedarf pro Haushalt im Durchschnitt von rund neun Kilowattstunden (kWh) auf zwölf kWh, wie der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), schätzt. Hochgerechnet auf alle 40 Millionen Haushalte in Deutschland bedeute das einen Verbrauchszuwachs von etwa 120 Millionen kWh am ersten Weihnachtsfeiertag.

An einem Wintertag betrage der durchschnittliche Stromverbrauch aller deutschen Haushalte rund 360 Mio. kWh. Am 25. Dezember sind es nach Angaben des Branchenverbandes durch die so genannte „Gänsebraten-Spitze“ etwa 480 Millionen kWh Strom. Am zweiten Weihnachtstag normalisiere sich der Bedarf wieder.