Anlegertäuschung

550 Millionen Dollar Strafe für Goldman Sachs

Die US-Bank soll Anleger getäuscht haben. Sie zahlt 300 Millionen an das Finanzministerium und 250 Millionen an geschädigte Anleger.

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Nach wochenlangen Ermittlungen wegen Betrugsverdachts hat sich die US-Großbank Goldman Sachs mit der Börsenaufsicht SEC auf einen Vergleich geeinigt. Das Institut willigte nach Angaben in die Zahlung von 550 Millionen Dollar ein. Dies ist die höchste Summe, die jemals eine Finanzfirma in einem Vergleich mit der SEC zahlen musste.

Die Behörde hatte Mitte April Klage gegen die Bank eingereicht und ihr vorgeworfen, Anlegern bewusst wichtige Informationen über ein komplexes Investmentprodukt vorenthalten zu haben. Dabei geht es um verbriefte Hypothekenkredite (CDO), über die sie die Käufer falsch informiert haben soll. Goldman räumte im Rahmen des Vergleichs ein, dass ihre Werbeunterlagen unvollständig gewesen seien.

300 Millionen Dollar zahlt das Geldhaus den Angaben nach an das US-Finanzministerium, 250 Millionen an Anleger, die zu Schaden gekommen sind: 150 Millionen Dollar bekommt die deutsche Mittelstandsbank IKB und 100 Millionen Dollar die Royal Bank of Scotland.

An der Börse wurde der Vergleich positiv aufgenommen: Goldman-Aktien kletterten nachbörslich um 4,2 Prozent. Nach ersten Medienberichten über eine Einigung lagen sie kurz vor Börsenschluss zeitweise noch höher im Plus.

Analysten nannten die Strafe in ersten Reaktionen „heftig“. Gleichzeitig verwiesen sie darauf, dass der Fall damit noch nicht ausgestanden sei. Einzelne Anleger haben eigene Klagen gegen Goldman Sachs eingereicht. Die SEC-Klage gegen den parallel beschuldigten Goldman-Banker Fabrice Tourre läuft weiter.