Währungen

Euro knackt wieder die 1,30-Dollar-Marke

Griechenland erhält wieder Geld am Kapitalmarkt. Der Euro scheint die Schuldenkrise überwunden zu haben und steigt auf den höchsten Wert sei Mai.

In Erwartung weiterer schwacher US-Konjunkturdaten hat der Euro die Marke von 1,30 Dollar durchbrochen. Mit 1,3028 Dollar notierte die Gemeinschaftswährung zeitweise so hoch wie seit Anfang Mai nicht mehr, bevor er etwas auf 1,2970 Dollar abbröckelte. „Das ist eher eine Dollar-Schwäche als eine Euro-Stärke“, sagte ein Händler. Eine Serie von enttäuschenden Daten hatte in den vergangenen Wochen die Hoffnungen auf eine deutliche Erholung der weltgrößten Volkswirtschaft schwinden lassen.

Allerdings ändert sich bei vielen Investoren auch die Einstellung gegenüber der Gemeinschaftswährung, wie der Händler sagte. „Es gibt immer weniger Anleger, die das nur für eine kleine Korrektur vor der nächsten Talfahrt halten.“ HSBC Trinkaus erwartet, dass der Euro in den kommenden Tagen die 1,30 Dollar-Marke hinter sich lassen wird.

Am Dienstagnachmittag wurden mit den Hausbaubeginnen und den Baugenehmigungen neue wichtige Daten vom US-Immobilienmarkt erwartet. Ein am Montag veröffentlichter Stimmungsindikator - der NAHB/Wells Fargo Housing Market Index für Juli – war bereits überraschend schwach ausgefallen. „Das per saldo tiefe Niveau der letzten Monate zeugt von der noch immer tiefen Krise, in der die Bauwirtschaft steckt“, erklärte Helaba-Analyst Ralf Umlauf.

Zusätzlich könnte der Euro von den Stresstest der Banken in der EU Unterstützung bekommen, schreiben die Experten der Commerzbank. Das Ergebnis der Überprüfung wird am Freitagabend veröffentlicht. Zwar sei damit zu rechnen, dass auch einige Banken den Test nicht bestehen werden, schrieben die Analysten. „Dies dürfte nach der derzeitigen Stimmung am Markt zu urteilen aber dahingehend interpretiert werden, dass der Test auch ein wirklicher Test war“.

Die Schuldenkrise dürfte der Euro nach Einschätzung der Commerzbank zumindest vorerst überwunden haben, nachdem er sich am Montag unbeeindruckt von der Herabstufung Irlands durch Moody's und den stockenden Verhandlungen zwischen Ungarn und dem IWF gezeigt hatte. „Noch vor einigen Monaten hätten die gestrigen Nachrichten zu einem Ausverkauf im Euro geführt“, konstatierten die Analysten.

Am Rentenmarkt warteten die Anleger gespannt auf die Versteigerungen irischer Anleihen im Volumen von 1,5 Milliarden Euro. Die zehnjährige irischen Staatspapiere zogen um 26 Ticks auf 92,24 Punkte an und rentierten mit 5,538 (Vortag 5,586) Prozent niedriger als am Vortag.

Auch Griechenland will am Dienstag am Kapitalmarkt neue Mittel aufnehmen. Erwartet werden 13-wöchige Papiere im Volumen von 1,5 Milliarden Euro. Der in der Euro-Zone richtungsweisende Bund-Future fiel leicht um sechs Ticks auf 128,67 Punkte. Die Rendite der dem Bund-Future zugrunde liegende zehnjährige Bundesanleihe rentierte mit 2,661 Prozent in etwa auf dem Niveau vom Vortag.