Chemie und Pharma

Berliner Schering rettet Bayer-Bilanz

Die Konjunkturflaute hat den Bayer-Konzern auch im zweiten Quartal im Griff. Der Gesamtumsatz ist rückläufig. Der Bereich Bayer Schering Pharma wuchs im zweiten Quartal aber sogar um 9,1 Prozent und trug mit 2,63 Mrd. Euro fast ein Drittel zum Konzernumsatz bei.

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Die von der Wirtschaftskrise besonders stark getroffene Chemiesparte hat dem Bayer-Konzern auch im zweiten Quartal Einbrüche bei Umsatz und Ergebnis beschert. Das um Sondereinflüsse bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent auf rund 1,8 Mrd. Euro, wie das Leverkusener Unternehmen mitteilte. Der Umsatz verringerte sich um 5,9 Prozent auf acht Mrd. Euro. An seinen Ergebniszielen für 2009 will der Konzern dennoch festhalten.

Von der Krise bislang unbeeindruckt zeigen sich die beiden Sparten des Konzerns, Gesundheit und Pflanzenschutz. Der Bereich HealthCare steigerte seine Erlöse von April bis Juni im Vorjahresvergleich um 8,3 Prozent auf rund vier Mrd. Euro. Der Bereich Bayer Schering Pharma wuchs im zweiten Quartal sogar um 9,1 Prozent und trug mit 2,63 Mrd. Euro fast ein Drittel zum Konzernumsatz bei. Bei den Top-Arzneimitteln führt das Krebsmedikament Nexavar mit einem währungsbereinigten Umsatzplus von knapp 30 Prozent die Liste der Wachstumsträger an. Top 3 waren die Verhütungsmittel aus der Yaz-Familie aus Berlin und das Multiple Sklerose Medikament Betaferon. Die Sparte CropScience (Pflanzenschutz) stieg um 2,7 Prozent auf 1,8 Mrd. Euro.

Im Industriegeschäft sieht Bayer erste Anzeichen für ein Ende der Talfahrt: Die arg gebeutelte Chemiesparte MaterialScience konnte sich im Vergleich zum ersten Quartal laut Bayer wieder leicht verbessern. Insgesamt lag das Kunststoffgeschäft mit einem Umsatzeinbruch von 30 Prozent jedoch auch in den Monaten April bis Juni noch stark unter Vorjahresniveau.

Das Ebitda vor Sondereinflüssen fiel um 67,5 Prozent auf 121 Mio. Euro. Im Geschäft mit rezeptfreien Präparaten legten laut Bayer insbesondere das Multivitaminpräparat One-A-Day und die Hautpflegelinie Bepanthen/Bepanthol zu. Insgesamt verdienten die Leverkusener im zweiten Quartal unterm Strich allerdings 532 Millionen Euro und damit rund 7,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum.

Der Bayer-Vorstandsvorsitzende Werner Wenning zeigte sich dennoch zufrieden: „Insgesamt hat das zweite Quartal unsere Erwartungen voll erfüllt“, erklärte er. Es bleibe auch weiterhin das ambitionierte Ziel, den Rückgang des Konzern-Ebitda vor Sondereinflüssen in 2009 auf fünf Prozent zu begrenzen. Der Konzern-Umsatz soll bei 31 bis 32 Mrd. Euro liegen.