Stromversorgung

Lekker Energie aus Berlin greift bundesweit an

Das Berliner Stromversorgungs-Unternehmen Nuon hat einen neuen Besitzer und einen neuen Namen: Lekker. Nun sollen noch 200.000 neue Kunden innerhalb von zwei Jahren folgen.

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Der Berliner Energieversorger Nuon Deutschland strebt unter dem neuen Namen Lekker Energie GmbH rasches Wachstum in allen deutschen Metropolen an. „Unser Ziel ist es in einem ersten Schritt 500.000 Kunden mit Strom und Gas zu beliefern“, sagte Thomas Mecke, Vorsitzender der Geschäftsführung in Berlin. Das Unternehmen versorgt derzeit rund 300.000 Kunden. Innerhalb der kommenden zwei Jahre sollen 200.000 Neukunden hinzugewonnen und damit die Gewinnschwelle erreicht werden.

In Berlin ist die neue Lekker Energie mit einem Marktanteil von rund sieben Prozent der zweitgrößte Stromanbieter hinter dem Marktführer Vattenfall Europe. Unternehmenschef Mecke zeigte sich zuversichtlich, auch in Hamburg am Konkurrenten Lichtblick GmbH vorbei bald auf den zweiten Platz hinter Vattenfall Europe vorstoßen zu können.

Das Berliner Unternehmen war zuvor Teil des niederländischen Energiekonzerns Nuon, und bot unter den Markennamen „lekker Strom“ und „wacker Gas“ deutschlandweit vor allem in Großstädten Energie an. Nach der Übernahme der niederländischen Nuon durch den schwedischen Vattenfall-Konzern, wurde die Deutschland-Tochter aus dem Verbund herausgelöst und auf Druck der europäischen Kartellbehörden verkauft. Im März dieses Jahres übernahm die nordrhein-westfälische Enervie-Gruppe Nuon Deutschland. Hinter der Enervie-Gruppe stehen hauptsächlich Hagen mit knapp 43 Prozent der Anteile, Lüdenscheid mit 24 Prozent sowie der Energiekonzern RWE mit knapp 20 Prozent. Für die 235 Mitarbeiter am Stammsitz Berlin und im nordrhein-westfälischen Heinsberg ändere sich durch den Eigentümerwechsel nichts, sagte Mecke.

Lekker Energie soll unter dem Dach der Enervie-Gruppe eine dritte Vertriebsmarke werden. Enervie ist mit den Marken „Stadtwerke Lüdenscheid“ und „Mark E“ aus Hagen weiterhin regional aufgestellt, Lekker Energie soll nun bundesweites Wachstum bringen. Die Enervie-Gruppe soll sich unter den Top 15 der Energiebranche etablieren. Wachstum ist zunächst in Regionen wie Leipzig/Halle, Nordrhein-Westfalen – besonders Köln – sowie Hannover und Bremen.

Wie schon unter dem Namen Nuon Deutschland will auch Lekker Energie zu 100 Prozent Strom aus erneuerbaren Quellen verkaufen. Er wird, wie bei anderen Ökostromanbietern auch – über ein Zertifikate-System an der Börse eingekauft. Auf den Erzeugungspark der Enervie-Gruppe will Lekker Energie nicht zurückgreifen. Enervie besitzt unter anderem Erdgas- und Steinkohle-Krafwerke und erzeugt Strom aus Wasserkraft, Biomasse und Sonnenenergie.