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Warum die russische Sberbank bei Opel einsteigt

Die Manager der russischen Sberbank waren anfangs skeptisch. Ein Einstieg bei Opel ist ziemlich riskant, sagt der Chef des Investors, German Gref. Im Interview mit Morgenpost Online erläutert Gref, warum sich die russischen Banker dennoch zum gemeinsamen Opel-Geschäft mit Magna durchgerungen haben.

Angesichts zunehmender Gerüchte über ein mögliches Scheitern des Einstiegs von Magna bei Opel hat nun der Hauptfinanzier des Deals, die russische Staatsbank, Sberbank, das Wort ergriffen. „Letztlich sind wir und unsere Berater zu dem Entschluss gekommen, dass dieser Deal ziemlich riskant ist, aber ein sehr großes Potenzial hat“, sagte der Sberbank-Chef und ehemalige russische Wirtschaftsminister German Gref Morgenpost Online.

Der Einstieg sei eine „sehr gute Chance für Russland“, „einen der technologisch fortschrittlichsten europäischen Produzenten zu einem beispiellos niedrigen Preis zu erhalten“. Als Bank sei Sberbank daran interessiert, dass mit dem Kauf eines derartigen Aktivs die einheimische Autoindustrie umstrukturiert werden könne. Sberbank soll nach Abschluss des Geschäfts 35 Prozent an der neuen Adam Opel AG halten. 20 Prozent soll Magna, weitere 35 Prozent GM und schließlich zehn Prozent die Opel-Beschäftigten halten.

Gref rechnet damit, dass der Einstieg bei Opel im Herbst 2009 es abgeschlossen sein wird. Der Sberbank-Chef betonte, „dass dieses Projekt ohne Magna nicht realisiert worden wäre“. Die Sberbank hätte sich nie auf dieses Geschäft eingelassen, weil man hier Kompetenz brauche und ein sehr qualifiziertes Management benötige. „Es braucht eine detaillierte Kenntnis dieses Marktes“, sagte Gref und ergänzte: „Magna hat das alles.“

Der Sberbank-Chef hob im Interview mit Morgenpost Online die Bedeutung dieses Geschäfts für den russischen Automobilmarkt hervor. „Für uns sind sowohl Magna als auch Opel wichtig“, sagte er. Magna sei ein Produzent von Autokomponenten. Und Opel verfüge über eine umfassende Kompetenz. „Auf dem russischen Markt brauchen wir sowohl die Produktion von Komponenten als auch das Design und die Endfertigung von Autos“, sagte Gref.