Neue Website

GEZ stellt sich Kritik – zumindest ein bißchen

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Jens Kupillas

Foto: GEZ

Die Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (GEZ) setzt erstmals auf den Dialog über das Internet. In Blogs und Foren will die Behörde mit Gebührenzahlern über Sinn und Unsinn der Rundfunkfinanzierung diskutieren. Allerdings macht sie auf diesen Webseiten auch strenge Vorgaben.

Die Gebühreneinzugszentrale der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (GEZ) geht in die Offensive: Erstmals öffnet sich die Behörde für Kritik von Gebührenzahlern. Auf einer neuen Website wird mit einem Forum, Chatfunktionen und Weblogs Nutzern jetzt die Möglichkeit zur Meinungsäußerung gegeben.

Damit will sich die GEZ der seit vielen Jahren überwiegend im Internet geführten Diskussion über Sinn und Zweck von Rundfunkgebühren stellen. Die Praktiken und Verfahrensweisen waren von zahlreichen Bloggern und Gebührenzahlern in Internetforen stark kritisiert worden. Insbesondere die Pläne, die volle GEZ-Gebühr für PCs und Handys einzuziehen, sorgten kürzlich für heftigen Widerspruch.

„Dieser vielfältigen Diskussion möchten wir eine neue Plattform bieten.“, sagt Adalbert von Cramm, „Leiter der Abteilung „Gebühreneinzug, Teilnehmerbetreuung und Marketing“ der GEZ. Ein Trick um zahlungsunwillige Schwarzseher aufzuspüren soll das neue Angebot aber nicht sein. „Es geht uns in keinem Fall darum, herauszufinden, ob jemand seiner Gebührenpflicht nachkommt oder nicht.“, versichert von Cramm.

Bisher beschränkte sich die Kommunikationspolitik der GEZ überwiegend auf Aufmerksamkeitskampagnen mit dem erhobenen Zeigefinger. Dies hat sich mit dem neuen Internetauftritt seit dem 2. Februar 2010 zumindest teilweise geändert. Die neu gestaltete Website - samt überarbeitetem Logo - beinhaltet jetzt auch interaktive Elemente und schlägt einen freundlicheren Ton an.

Registrierte Nutzer können aufin einem moderierten Forum über die GEZ und die Rundfunkgebühren diskutieren. Zum Anmelden sind ein frei wählbarer Benutzername und die Angabe einer funktionierenden E-Mail-Adresse nötig. In Experten-Chats können Interessierte zudem mit Mitarbeitern diskutieren. Außerdem berichten GEZ-Angestellte in Weblogs aus ihrem Arbeitsleben.

Bis zum Mittwochnachmittag hatten sich bereits 855 Mitglieder angemeldet. Diskutiert werden Themen wie „Warum müssen Azubis und Zivis GEZ zahlen?“ oder „Die GEZ ist überflüssig und verschwenderisch im Umgang mit Geldern Anderer“. Es dominieren momentan jedoch kritische und zum Teil stark polemische Äußerungen über die GEZ.

Allerdings gibt es auch formale Kritik: Für die Nutzeraktivitäten gelten nämlich feste „Öffnungszeiten“. Jeweils Montag bis Freitag zwischen 8 und 22 Uhr steht das Forum für Besucher-Kommentare offen. Am Wochenende dürfen Nutzer gar nicht auf der Website schreiben. Die Beiträge werden zudem von Mitarbeitern kontrolliert und gegebenenfalls nachmoderiert. Gerade für viele Internet-affine Nutzer ein nicht haltbarer Zustand. Die GEZ war für eine Stellungsnahme nicht zu erreichen.

Fraglich ist, ob die GEZ mit diesen Marketingmaßnahmen ihr schlechtes Image verbessern kann. Zumindest über die Höhe der Gebühr wird sie wohl kaum handeln lassen.