Rundfunkgesetz

Frankreich beschließt Verbot von Fernsehwerbung

Ab 2011 ist Schluss. Das französische Parlament hat die Werbung aus dem öffentlich-rechtlichen Fernsehen verbannt. Das Geld, das den vier Anstalten dadurch verloren geht, sollen Abgaben von Privatsendern und Subventionen ausgleichen. Doch das Verbot hat auch eine anrüchige Seite.

Das französische Parlament hat ein Verbot von Werbung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen verabschiedet. Die Nationalversammlung beschloss, dass die vier großen vom Staat finanzierten Anstalten ab 2011 keine Werbespots mehr zeigen dürfen. In der Übergangszeit bis dahin sollen Werbepausen nur vor 20.00 Uhr erlaubt sein.


Das Finanzloch soll durch eine Abgabe privater Sender und höhere staatliche Subventionen ausgeglichen werden. Nach den Worten von Präsident Nicholas Sarkozy verschafft das Verbot den öffentlich-rechtlichen Anstalten eine stabilere finanzielle Grundlage und fördert die Qualität des Programms, weil die Sender nicht mehr nach Zuschauerquoten schielen müssten. Der Schritt ist nicht nur politisch umstritten. Kritiker werfen Sarkozy vor, von dem Verbot profitiere am meisten der größte Privatsender des Landes, TF1, der im Besitz eines engen Freundes des Staatschefs ist.


Der Senat wird über die Reform ab dem 7. Januar beraten. Die Regierung kann die Vorlage jedoch auch per Sonderdekret am 5. Januar in Kraft setzen.

Das Verbot ist Teil einer umfassenden Reform des Rundfunkgesetzes, die am Dienstag in der Nationalversammlung zur Abstimmung steht.