Studie

Berlins Einkaufsstraßen sind nur Mittelmaß

Pro Stunde ziehen mehr als 700.000 Passanten durch die deutschen Einkaufsstraßen - und die bestbesuchte Shoppingmeile Deutschlands ist laut einer bundesweiten Zählung die Kaufingerstraße in München. Berlin dagegen schneidet im Ranking der 25 beliebtesten Einkaufsstraßen nicht wirklich gut ab.

Die Münchener Kaufingerstraße ist laut einer Studie die beliebsteste deutsche Einkaufsstraße. Auf dem zweiten Platz folgt die Frankfurter Zeil, gefolgt von der Schildergasse in Köln auf Platz drei.

Dies ist das Ergebnis einer Zählung im Auftrag von Kemper’s Jones Lang LaSalle ( KJLL ), der deutschen Handelsimmobiliensparte des Beratungsunternehmens Jones Lang LaSalle. Die Experten zählten am 18. April 2009, einem Samstag, ab 13 Uhr eine Stunde lang die Passanten in 170 Einkaufsmeilen Deutschlands.

Berlins Top-Lagen - der Kurfürstendamm, die Tauentzienstraße und der Alexanderplatz - kommen laut der Zählung nicht unter die Top Ten der der deutschen Einkaufsstraßen. Vor den Berliner Shoppingzzonen rangieren Einkaufsstraßen in Leipzig, Münster, Hamburg, Köln, Wiesbaden und anderen Städten - die Hauptstadt findet im Ranking erst ab Platz 14 statt. Die beste Platzierung erreichte der Kurfürstendamm in der City-West mit 8390 Passanten pro Stunde, gefolgt von der Tauentzienstraße (Platz 16) und dem Alexanderplatz (Platz 17). In Ostdeutschland gilt die Leipziger Petersstraße weiter als Nummer eins (Rang 13, 8955 Passanten pro Stunde) – und ist damit besser als die guten Lagen in Berlins Citybereichen.



Insgesamt zogen in diesem Zeitraum 725.000 Menschen durch die Einkaufsstraßen, also im Bundesschnitt knapp 4300 je ausgewerteter Einkaufsstraße. Das seien acht Prozent mehr als im Vorjahr, hieß es. Auch der Mittelwert der vergangenen fünf Jahre sei 2009 noch um zwei Prozent übertroffen worden. Für Rüdiger Thräne, Geschäftsführer der KJLL Retail GmbH, ist dies ein Zeichen, dass die Einkaufsmeilen der Wirtschaftskrise trotzen.


Die Passantenfrequenz pro Stunde gilt als Indikator für Umsatzentwicklung, aber auch für die Miethöhe: Je mehr potenzielle Kunden durch die Straßen ziehen, um so teurer kann ein Geschäftshaus vermietet werden. Laut Thräne steigt mit wachsenden Passantenzahlen auch die Nachfrage nach Mietobjekten in den Shoppingmeilen.


Durch die Münchener Kaufingerstraße flanierten binnen einer Stunde 14.130 Passanten. Die Frankfurter Zeil folgt mit 12.940 Passanten auf Rang zwei. Die Immobilienmakler glauben, dass die Einkaufsstraße dabei von der Anziehungskraft des neu eröffneten Shoppingcenters MyZeil profitiert habe. In der Kölner Schildergasse zählten die Verfasser der Studie 12.115 Passanten.


Die Studie wertet auch Luxusmeilen auf, in denen die Dichte teurerer Boutiquen höher als in den durchschnittlichen Einkaufsstraßen ist. An der Spitze bleibt demnach weiterhin die Düsseldorfer Königsallee.


Tabelle: Luxusmeilen in Deutschland

Quelle: Kemper’s Jones Lang LaSalle, Erhebung am 18.4.2009


Nach Bundesländern sortiert weist die Studie Nordrhein-Westfalen die höchste Dichte an gutbesuchten Einkaufsmeilen zu. Es folgen Bayern und Berlin mit je drei Top 25-Platzierungen. Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Sachsen sind jeweils zweifach vertreten. Unter den Großsstädten verfügen München und Berlin über die meisten Hochfrequenzlagen.