Rohstoff-Handel

Griechenland-Krise treibt Goldpreis in die Höhe

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Die griechische Schuldenkrise verunsichert weltweit Anleger, die verstärkt zu Gold und anderen Rohstoffen als Wertanlage greifen. Der Wunsch nach einer sicheren Investition lässt den Preis für das Edelmetall in Rekordhöhen steigen. Analysten erkennen noch weitere Gründe für das Hoch bei den Rohstoffen.

Aus Verunsicherung über den Ausgang der griechischen Schuldenkrise haben Anleger verstärkt zu Gold gegriffen. Das Edelmetall stieg auf bis zu 1157,76 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) und war damit so teuer wie seit Mitte Januar nicht mehr. Die Bestände des weltgrößten börsennotierten Gold-Fonds SPDR Gold Trust erreichten mit 1,14 Millionen Tonnen ein Rekordhoch. „Die Leute wenden sich den sicheren Anlagehäfen zu“, sagte Afshin Nabavi, Chefhändler bei MKS Finance. Er rechne daher mit weiteren Kursgewinnen. Im Schlepptau des Goldes markierte Silber mit 18,34 Dollar ein Elf-Wochen-Hoch. In Euro gerechnet erreichte es mit 13,69 Euro sogar den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren.

Stark gefragt war auch Aluminium, das sich in der Spitze um knapp zwei Prozent auf 2397 Dollar je Tonne verteuerte. Damit war das im Automobil- und Flugzeugbau eingesetzte Metall so teuer wie seit Oktober 2008 nicht mehr. Kupfer stieg um gut ein Prozent und näherte sich bis auf 15 Dollar an die psychologisch wichtige 8000-Dollar-Marke.

Société-General-Analyst David Wilson bezeichnete den zunehmenden Konjunkturoptimismus als Triebfeder für diese Kursgewinne. „Die jüngsten Daten waren positiv, vor allem aus den USA.“ Am Vortag hatten die US-Einzelhandelsketten für März ein Rekord-Umsatzplus von 9,1 Prozent bekanntgegeben. Angesichts der anhaltenden Verunsicherung über die Auswirkungen der griechischen Schuldenkrise auf den Rest der Euro-Zone sei derzeit aber nicht mit weiteren kräftigen Kursgewinnen zu rechnen, betonte Wilson.

Im Rohölmarkt sorgte die Hoffnung auf eine anziehende Nachfrage ebenfalls für steigende Preise. Ein Barrel (159 Liter) der US-Sorte WTI kostete mit 85,99 Dollar 0,7 Prozent mehr als am Donnerstag. Damit lag es nur noch rund einen Dollar unter dem am Mittwoch markierten 18-Monats-Hoch.

Die Aussicht auf einen Sprung über diese Marke ziehe spekulativ orientierte Anleger an und verstärke den Aufwärtstrend, sagte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Die Nordsee-Öl Brent verteuerte sich am Freitag um ein Prozent auf 85,64 Dollar.