Kommentar

Nur erbärmliche Manager betteln um Staatshilfe

Als harte Unternehmertypen bekannte Leute wie Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick oder Maria-Elisabeth Schaeffler bemühen sich emsig um Staatshilfe. Dabei verbrüdern sie sich mit Gewerkschaftern und Beschäftigten. So verspielen Manager ihre Glaubwürdigkeit. Nur wenige handeln anders – und vernünftig.

Da sage noch einmal einer, Manager würden sich allzu sehr zurückhalten und ihre Positionen nicht vertreten. Zumindest Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick hat verstanden, wie man es macht: Er steigt im weißen Hemd ohne Krawatte auf eine rote Leiter, hält ein Megafon und fordert?ja was fordert er?

Eick, der eigentlich zu den Hartgesottenen seiner Zunft zählt, tritt nicht etwa für mehr Wettbewerb, geringere Sozialabgaben oder bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen ein – nein, er fordert einen staatlichen Kredit.

Der frühere Telekom-Manager wird so zum Symbol für das erbärmliche Auftreten mancher Manager in der Krise. Während sich die meisten Wirtschaftsgrößen dezent im Hintergrund halten, wenn es darum geht, für mehr Marktwirtschaft zu kämpfen, kommen sie nun spektakulär aus der Deckung, um mit der Regierung um Steuergelder pokern.

Der Schaden, den sie damit anrichten, ist gigantisch. Wer will noch nachvollziehen, dass Porsche-Chef, Großverdiener und Subventionsgegner Wendelin Wiedeking nun einen Milliardenkredit von der KfW einfordert? Und wie soll man verstehen, wenn Maria-Elisabeth Schaeffler bei der Continental-Übernahme als Tiger abspringt und hinterher als Bettvorleger der IG Metall landet?

Es mag ja verständlich sein, dass man in der Not jeden Strohhalm ergreift und sich auf einen Kuhhandel mit dem Staat einlässt. Aber die Geister, die nun manche rufen, wird anschließend die große Masse der Manager nicht mehr los. Zumal kaum ein Vorstandschef im Börsenoberhaus Dax den Mut hat, sich mit mehr als Schönwetterreden in die Öffentlichkeit zu wagen.

Josef Ackermann (Deutsche Bank), Jürgen Hambrecht (BASF) und Werner Wenning (Bayer) zählen zu den Wenigen. Wenn die Liste nicht bald viel länger wird, ist es um die Marktwirtschaft in Deutschland wirklich schlecht bestellt.