Geplante Übernahme

Opel-Rettung erweist sich als Fass ohne Boden

Die Übernahme von Opel durch Magna und die russische Sberbank ist noch nicht unter Dach und Fach. Bislang gibt es nur eine unverbindliche Absichtserklärung der Investoren. Die Rettung von Opel kann noch scheitern – und den Steuerzahler viel mehr Geld kosten als bislang angenommen, fürchtet die CDU.

Die geplante Opel-Übernahme durch den österreichisch-kanadischen Autozulieferer Magna und die russische Sberbank birgt offenbar größere Risiken als erwartet. So will das Konsortium nur 100 Millionen Euro Eigenkapital einbringen, wie der "Spiegel" aus der Absichtserklärung der Investoren zitiert. Bislang war von einer halben Milliarde Euro die Rede. 400 Millionen soll Opel nur als zinsloses Darlehen bekommen, für das die Investoren Sicherheiten fordern.

Außer der unverbindlichen Absichtserklärung gibt es noch keine weiteren Vereinbarungen, die Magna und die Sberbank an Opel binden. Der Vertrag zur Übernahme eines 55-Prozent-Anteilspakets durch das Konsortium ist noch nicht ausgehandelt. "Der Deal ist längst nicht perfekt", sagte der CDU-Wirtschaftspolitiker Michael Fuchs der "Morgenpost Online". Er befürchtet: "Das fällt uns auf die Füße. Wir werden noch kräftig Geld zahlen." Auch die Bundesregierung hatte zugegeben, dass ein Scheitern der Verhandlungen noch möglich sei. Andere Bieter wie Fiat seien noch nicht aus dem Rennen.

Die geplante Übernahme durch Magna und die Sberbank kann noch an zahlreichen Risiken scheitern. So ist noch unklar, wer die Pensionsverpflichtungen von Opel an seine Mitarbeiter in Höhe von fünf Milliarden Euro übernimmt. Offenbar müssen die neuen Eigentümer auch Patentgebühren an die Opel-Mutter General Motors zahlen. Die Rede ist von mehr als sechs Milliarden Euro bis 2018.

Die Sberbank teilte mit, sie könne ihre Opel-Beteiligung später an russische Autofirmen weiterreichen. Entsprechende Optionen gebe es. "Letztlich sind wir und unsere Berater zu dem Entschluss gekommen, dass dieser Deal ziemlich riskant ist", sagte Bankchef German Gref zu Morgenpost Online. Die Unternehmensberatung McKinsey bewertet die Magna-Pläne in einem Gutachten für die hessische Landesregierung zwar als plausibel. Der Geschäftsplan sei aber ambitioniert. Der von der Bundesregierung zugesagte Überbrückungskredit in Höhe von 1,5 Milliarden Euro geht laut "Focus" zur Hälfte an Opel-Werke nach Spanien und Großbritannien.

"Das betriebswirtschaftliche Konzept gibt uns das Vertrauen, dass das Unternehmen eine Zukunftschance hat", sagte er der "Morgenpost Online". Im Übrigen würden jetzt "viele Nebelbomben" geworfen, um die Käufer zu diskreditieren. Koch fügte hinzu, es gehöre "zu den Aufgaben des Staates, in Ausnahmesituationen die zerstörerische Radikalität des Marktes zu stoppen". Es müsse aber jeder Einzelfall geprüft werden.

Der Bund der Steuerzahler kritisierte das Krisenmanagement der Bundesregierung. Sie gebe Geld für angeschlagene Unternehmen aus, "das nicht da ist". Nach Berechnungen der FDP muss der Staat in diesem Jahr bis zu 100 Milliarden Euro neue Schulden machen. Finanzminister Steinbrück sagte, der Bundeshaushalt werde die nächsten vier Jahre nicht aus den roten Zahlen herauskommen.