Mittelstandsbank IKB

Josef Ackermann weist alle Vorwürfe zurück

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann hat die Vorwürfe gegen sein Haus im Fall der Fastpleite der Düsseldorfer IKB zurückgewiesen. Die IKB sei bereits in einer Schieflage gewesen, als die Deutsche Bank die Kreditlinie gekappt habe. Jetzt liegt der Ball beim Aufsichtsrat, dem Staatssekretär Jörg Asmussen.

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An das Düsseldorfer Landgericht hat Josef Ackermann keine guten Erinnerungen. Jahrelang musste sich der Deutsche-Bank-Chef dort einst für die Millionenabfindungen für Mannesmann-Manager verantworten. Doch an diesem Tag erschien der Schweizer mit entspannter Miene, lächelte kurz höflich in die mehr als ein Dutzend Kameraobjektive.

Am Mittwochmorgen war Ackermann schließlich nur als Zeuge angereist, und noch dazu offenbar mit einem reinen Gewissen: Eine Verantwortung der Deutschen Bank für die Beinahe-Pleite der Düsseldorfer IKB wies er zurück. Der Vorstandschef des Mittelstandsfinanzierers, Stefan Ortseifen, hatte dem Frankfurter Institut vorgeworfen, erst durch die Kündigung von Kreditlinien die Schieflage der IKB Ende Juli 2007 ausgelöst zu haben.

Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann wollte sich diesen Schuh vor dem Düsseldorfer Landgericht jedoch nicht anziehen: „Die Linie für die IKB wurde ja nur gekappt, weil die Schieflage bereits eingetreten war“, sagte er.

Ortseifen muss sich wegen des Verdachts der Untreue und der Kursmanipulation verantworten. Ihm wird vorgeworfen, die Lage seiner Bank noch am 20. Juli in einer Pressemitteilung beschönigt zu haben – nur eine Woche später stand die Bank vor der Pleite und musste mit einer staatlichen Stützungsaktion gerettet werden.

Ortseifen verfolgte Ackermanns Aussage regungslos, verzog keine Miene, während der Deutschbanker darlegte, dass die IKB bei ihren Investments in US-Ramschhypotheken von falschen Annahmen ausgegangen sei. Vielleicht auch deshalb, weil Ackermann einer entscheidenden Angabe in Ortseifens Verteidigungsstrategie nicht widersprach: Am 20. Juli, als der IKB-Chef seine umstrittene Erklärung abgab, gab es keine Hinweise darauf, dass die Deutsche Bank ihre Kreditlinien kappen würde.

"Aber“, schränkte Ackermann ein, „wir hatten genug Anlass, uns zumindest genau zu erkundigen, ob sich unsere Vermutung bezüglich der Schieflage der Bank sich als richtig erweist“. Denn bereits ab Mitte Juli seien die Marktwerte für die fraglichen Ramschhypotheken abgestürzt. Deshalb habe man an jenem 20. Juli genauere Informationen agefordert, berichtete Ackermann.

„Nachdem wir diese über mehrere Tage nicht erhalten haben, schien uns doch etwas faul zu sein.“ Die Bank kappte die Linie, Ackerman alarmierte die Finanzaufsicht. Ob Ortseifen das alles wirklich überraschend traf, will das Gericht weiter ergründen. Unter anderem steht noch die Aussage von Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen aus, der damals im Aufsichtsrat der IKB saß.