Wohnungsunternehmen

Berliner GSW verschiebt ihren Börsengang

Die Berliner Wohnungsgesellschaft GSW verschiebt ihren ursprünglich für diese Woche geplanten Börsengang. Dazu hätten sich der Vorstand und die abgebenden Aktionäre nach einer Bewertung der aktuellen Bedingungen an den Kapitalmärkten entschieden, teilte das Unternehmen mit. Es hatte Anleger mit hohen Renditen gelockt.

Die Berliner GSW Immobilien AG verschiebt ihren Börsengang. Das Unternehmen rückt vom geplanten Termin 7. Mai ab. Als Grund nannte das Unternehmen am Mittwoch eine starke Zunahme von Kursschwankungen und die aktuelle Unsicherheit an den Aktienmärkten. Die Entscheidung sei am späten Dienstagabend gefallen, sagte Pressesprecher Thomas Rücker Morgenpost Online. Ein neues Zeitfenster für den Gang an die Börse konnte er noch nicht nennen.

Das Unternehmen wollte ursprünglich 9,3 Millionen neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung und weitere 19 Millionen aus dem Besitz der Altaktionäre für Kurse von 15 bis 18,50 Euro an die Börse bringen. Die früher landeseigene GSW ist der größte private Immobilienbesitzer in der Hauptstadt. Sie beschäftigt nach eigenen Angaben 630 Mitarbeiter. Ihr Immobilienportfolio wurde Ende 2009 mit 2,6 Milliarden Euro bewertet.

Der Wohnungskonzern wollte als fünftes Unternehmen in diesem Jahr an die Börse gehen – das erste aus der Immobilienbranche. Das 2004 privatisierte Unternehmen ist ausschließlich in Berlin aktiv. Dort besitzt die GSW knapp 50.000 Wohnungen. Rund 17.000 Wohnungen werden für Dritte verwaltet. Anleger sollten vor allem mit einer hohen Dividende gelockt werden. „Die Dividendenrendite liegt bei sechs Prozent“, nannte Ende April Christoph Stanger von der Investmentbank Goldman Sachs, die den Verkauf zusammen mit der Deutschen Bank federführend begleitet, ein zentrales Argument, mit dem das Unternehmen während der Zeichnungsphase punkten wollte. Der börsennotierte Konkurrent Deutsche Wohnen schüttet derzeit nichts aus, die Gagfah kommt dagegen auf eine Rendite von zehn Prozent.

Bei der GSW sollen Jahr für Jahr 65 bis 70 Prozent des operativen Gewinns an die Aktionäre gehen. Die Kenngröße stieg in den vergangenen zwei Jahren von 24,8 Millionen Euro auf 60 Millionen Euro. Der Rest soll für weiteren Schuldenabbau und Übernahmen draufgehen. Die GSW plant, in den nächsten drei Jahren 6000 Wohnungen zu kaufen.