Greenpeace-Forderung

Diese Fische sollten Verbraucher nicht kaufen

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Die Umweltorganisation Greenpeace ruft Verbraucher angesichts sinkender Fischbestände zu umweltbewusstem Kaufverhalten auf. Bestimmte Speisefische sollten nach dem Ratschlag der Umweltschützer nicht mehr auf dem Teller landen. Aber es gibt auch Fische, die Greenpeace zum Verzehr empfiehlt.

Viele Fischarten sind nach Einschätzung der Umweltschutzorganisation Greenpeace durch industrielle Überfischung akut bedroht. „Die Lage der Fischbestände ist weltweit nach wie vor dramatisch, viele brauchen endlich eine Pause von der Fischerei“, sagte die Greenpeace-Fischexpertin Iris Menn in Hamburg. Da Regierungen und Wirtschaft einen effektiven Schutz bedrohter Arten verhinderten, seien die Verbraucher gefordert.

„Die Politik schafft es nicht, sich gegen die Front aus Fischereiländern, Industrie und Handel durchzusetzen. Daher spielen die Verbraucher eine wichtige Rolle“, sagte Menn. Die Kunden könnten mit ihrem Einkauf „dem Handel zeigen, dass sie ein umweltfreundliches Angebot im Laden wollen“.

Angesichts zahlreicher bedrohter Fischbestände rät Greenpeace vom Kauf bestimmter Speisefische ab. Als gute Wahl gelten noch ohne Bedenken Karpfen, Pangasius und Forelle, wie Menn bei der Vorstellung des neuen Einkaufs-Ratgebers „Fisch – bedroht, aber beliebt“ sagte. Auf Rotbarsch, Scholle oder Seeteufel sollte verzichtet werden. Sie gehörten derzeit nicht auf den Teller.

Genauer hinschauen sollten umweltbewusste Verbraucher bei Kabeljau, Heilbutt oder Dorade. Bei diesen Fischen hängt es laut Menn von Fanggebiet und Fangmethode ab, ob ihr Kauf noch vertretbar ist.

Die beliebten Fischstäbchen seien dann akzeptabel, wenn sie aus Pangasius bestehen. Der Markt reagiere bereits mit ersten Produkten darauf, sagte Menn. Zu viele enthalten jedoch unverändert den stark bedrohten Alaska-Seelachs.

Die Verbraucher hätten auch jetzt schon Erfolge erzielt, hob Menn hervor. Erst Anfang November 2009 hatte Deutschlands größte Supermarktkette Edeka angekündigt, ab 2010r vollständig auf den Verkauf mehrerer bedrohter Fischsorten zu verzichten. Ähnliches sei auch bei den anderen großen Supermarktketten zu beobachten, sagte Menn. Vor allem die Kennzeichnung des Fischs sei häufig besser geworden.

Die Europäische Kommission beklagt in ihrem Grünbuch zur Fischereipolitik, 88 Prozent der europäischen Speisefischbestände seien überfischt, 30 Prozent würden sich möglicherweise nicht mehr erholen.

Trotzdem legt die Europäische Union regelmäßig Fangquoten fest, die teils deutlich über den Empfehlungen von Wissenschaftlern zum Schutz der Tiere liegen.