Depot-Check

Welche Tücken geschlossene Fonds bergen

Geschlossene Fonds bereiten Sparern immer wieder Probleme. Denn viele Anleger wissen nicht, worauf sie sich einlassen. Beim Vermögens-Check von Morgenpost Online können Sie Struktur und Qualität der Anlagen unverbindlich überprüfen lassen - kontenlos.

Vielleicht sind ja Flugzeugfonds das nächste Renditegrab. Wenn die Asche-Wolke noch wesentlich länger über Europa liegt, könnte dies eine der Folgen sein. Dann würden wieder Tausende von Anlegern, die sich in den vergangenen Jahren an Flugzeugen beteiligt haben, in die Bredouille geraten. So wie es zuvor schon den Anteilseignern von Schiffsfonds ging. Und jenen, die in Lebensversicherungsfonds investiert, die auf Immobilien gesetzt hatten, die Medienfonds gekauft hatten.

Die Reihe ließe sich fortsetzen. Denn geschlossene Fonds bereiten Sparern immer wieder Probleme. Dies liegt auch daran, dass viele gar nicht wissen, worauf sie sich damit einlassen, und dass viele Berater die Produkte mit Vorliebe ihren Kunden ins Depot packen. Denn sie bringen hohe Provisionen.

„Oft konnten Kunden, die mit ihrem Vermögen zu uns kamen, gar nicht sagen, was man ihnen verkauft hat“, sagt Jürgen Schneider von der SRQ Vermögensverwaltung in Berlin. Er ist einer der Experten, die beim kostenlosen Vermögens-Check mitmachen, den die Morgenpost in Zusammenarbeit mit der V-Bank anbietet. Der Vermögens-Check ermittelt, wie sinnvoll und effektiv Geld angelegt ist.

Gerade die Beteiligungen fallen häufig negativ auf. Oft stimmen schon allein die Relationen nicht. „Wer nicht mindestens 250000 Euro freies Anlagevermögen hat, sollte sowieso ganz die Finger davon lassen“, sagt Schneider. Denn das Geld, das in geschlossene Fonds – ob für Immobilien, Schiffe, Flugzeuge, Solarparks oder Forstflächen – fließt, muss der Anleger langfristig entbehren können. Es gibt zwar einen Markt für Beteiligungen, doch wer gezwungen ist, dort zu verkaufen, muss zurzeit mit deutlichen Abschlägen rechnen.

Der zweite Punkt, der vielen Anlegern nicht bewusst ist: Sie werden durch den Kauf eines geschlossenen Fonds zu Unternehmern. „Viele Mandanten wissen nicht, dass sie damit eine unternehmerische Beteiligung kaufen“, sagt Petra Brockmann, Partnerin bei Hahn Rechtsanwälte. Sie vertritt viele Mandanten, die Geld mit sogenannten Lebensversicherungsfonds verloren haben. Diese Fonds kaufen Versicherten ihre Policen ab. Stirbt der Versicherte oder wird die Police fällig, geht die Zahlung an den Fonds. Leider haben sich viele dieser Fonds verspekuliert – sie haben die Lebenserwartung der Versicherungsnehmer unterschätzt.

Das ist eben ein typisches unternehmerisches Risiko. Dieses einzugehen, mag für manchen Anleger durchaus adäquat sein, dem Risiko steht ja auch eine entsprechende Chance auf Rendite entgegen. Für viele Anleger ist ein solcher Fonds jedoch unpassend. Der Vermögens-Check hilft dabei, dass zu erkennen.

Gerade jetzt werben geschlossene Fonds damit, die Beteiligung in Sachwerte diene vor allem auch dem Schutz vor Inflation. Ob die Investition in Schiffe, Solaranlagen oder Flugzeuge jedoch als echte Sachwertanlage gelten kann, ist umstritten. „All diese Güter unterliegen einem Substanzverlust – ein Frachter ist nach 20 Jahren schrottreif“, sagt Thomas Packenius vom Vermögensverwalter Packenius, Mademann und Partner, der beim Vermögens-Check mitmacht.

Und auch Immobilienfonds sind keine sorglose Geldanlage. So wartete die Branche gerade erst mit Schreckensmeldungen auf – Fonds von Morgan Stanley und Goldman Sachs mussten zugeben, große Teile des Fondsvermögens verloren zu haben, die Deutsche Bank musste einen ihrer Fonds durch Notkredite vor der Pleite retten.