McKinsey-Studie

Berlin hat Potenzial für 500.000 neue Jobs

Die Unternehmensberatung McKinsey hat in einer Studie die wirtschaftlichen Chancen für Berlin ausgelotet. Danach könnten in der Hauptstadt bis 2020 eine halbe Million neue Arbeitsplätze entstehen – vorausgesetzt Berlin konzentriert sich auf drei Trendbranchen.

In Berlin können in den nächsten zehn Jahren eine halbe Million neue Jobs entstehen. Dieses Potenzial sieht die Unternehmensberatung McKinsey. Die Berater haben eine Studie erstellt, die Morgenpost Online exklusiv vorliegt. Die 500.000 neuen Jobs seien machbar, wenn es Berlin gelänge, sich bei drei wirtschaftlichen Megatrends an die Spitze zu setzen, heißt es in der Studie "Berlin 2020": Elektromobilität, Informations- und Kommunikationstechnik sowie Gesundheitswirtschaft.

Zudem empfiehlt McKinsey weitere Anstrengungen im Tourismus, der ohnehin schon sehr stark sei. Die Stadt habe noch Potenzial, um beispielsweise ältere Menschen und junge Familien anzulocken. Zudem sollte sich Berlin um einen groß angelegten Modellversuch mit Elektroautos bemühen. Berlin sei ideal für einen industriellen Großversuch mit 100.000 E-Wagen, glauben die Berater. In der Gesundheitswirtschaft könnte Berlin sich als Zentrum für klinische Studien etablieren.

Ein Glasfasernetz, das schnelle Internetverbindungen ermöglicht, würde der Informations- und Kommunikationstechnologie einen Schub versetzen. Insgesamt können in den vier Branchen laut McKinsey bis 2020 rund 160.000 zusätzliche Jobs entstehen. Da diese Arbeitsplätze weitere Jobs schaffen, etwa bei Dienstleistern und Zulieferern, könnten so eine halbe Millionen neue Stellen entstehen.

"Es ist nicht übermäßig ehrgeizig, 500.000 neue Stellen in zehn Jahren zu schaffen", sagte Katrin Suder, Leiterin des Berliner McKinsey-Büros, Morgenpost Online. Für ihre Studie, die aus Eigeninitiative erstellt wurde, haben die Berater Gespräche mit mehr als 100 Berliner Repräsentanten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft geführt.