Benzin und Diesel

Ölkonzerne zocken laut ADAC Autofahrer ab

Binnen weniger Tage ist der Preis für Öl von 80 auf unter 75 Dollar gesunken. Das sind mehr als sechs Prozent weniger. Der Benzinpreis sank dagegen nur um 1,1 Prozentpunkte. Der ADAC meint: Die Ölkonzerne kassieren an der Tankstelle zu viel Geld. Die Unternehmen sehen die Schuldigen anderswo.

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Die Ölindustrie hat Kritik des ADAC an angeblich überhöhten Benzin- und Dieselpreisen zurückgewiesen. Die Autofahrer-Lobbyisten verglichen den Fall des Ölpreises binnen einer Woche von rund 80 auf knapp unter 75 Dollar mit der Entwicklung der Spritpreise. Beispiel Superbenzin. Der Preis für den Liter sank nach Angaben des ADAC im Wochenvergleich nur um 1,1 Prozent – verglichen mit einem Preisrückgang bei Rohöl von etwa sechs Prozent.

Die Autofahrer in Deutschland zahlten „derzeit immer noch einen deutlich überhöhten Preis“, hieß es beim ADAC. Angesichts gesunkener Rohölpreise sei jeder Liter Superbenzin im Schnitt vier Cent zu teuer, meint der Lobbyverein der Autofahrer. „Aufsummiert zahlen Autofahrer in Deutschland täglich rund 6,8 Millionen Euro zu viel“, sagte ein ADAC-Sprecher.

„Der ADAC stellt Milchmädchenrechnungen an“, sagte dagegen eine Sprecherin des Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV). „Der ADAC weiß es eigentlich besser, aber er bemüht sich eben, die Erwartungen seiner Mitglieder zu erfüllen.“ Man habe es mit täglichen Schwankungen an den Märkten für Rohöl und Ölprodukte und dem Dollarkurs sowie dem Wettbewerb an den Tankstellen zu tun.

Der Vergleich des Rohölpreises mit dem Tankstellenpreis helfe da nicht viel weiter. „Die Autofahrer tanken ja kein Rohöl; die Märkte für Ölprodukte folgen wieder eigenen Gesetzen“, betonte die MWV-Sprecherin. Sie gab jedoch zu, dass Rohöl- und Benzinpreise sich tendenziell in die gleiche Richtung bewegen.

Zuvor hatten Experten erklärt, dass der frühere Rohölpreis von rund 80 Euro angesichts gut gefüllter Lager übertrieben sei. Es sei zu beobachten, dass Anleger wieder in Öl und andere Rohstoffe investieren und auf steigende Notierungen spekulieren, sagte beispielsweise Rainer Wiek vom „Energie Informationsdienst“.

In der Vorwoche waren die Preise für Heizöl und Sprit auf den Höchststand seit Herbst 2008 geklettert. Übers Jahr hatte sich der Rohölpreis von seinem Tiefstand bei etwa 40 Dollar in etwa verdoppelt.