Bilanz

Rezession belastet Handelskonzern Metro

Für das laufende Jahr rechnet Deutschlands größter Handelskonzern mit schwächerem Wachstum als im Vorjahr. Auch bei den zur Metro-Gruppe gehörenden Elektronikmärkten Media Markt und Saturn ist die Zurückhaltung der Verbraucher zu spüren. Der Umsatz im letzten Quartal 2008 ist um 2,9 Prozent gestiegen. Geplant waren sechs Prozent.

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Der Düsseldorfer Handelskonzern Metro erwartet im laufenden Geschäftsjahr ein deutlich schwächeres Wachstum als 2008. Wegen des wirtschaftlichen Abschwungs, der geringeren Zahl an Neueröffnungen und negativen Währungseffekten rechne Metro „mit einer Umsatzentwicklung deutlich unterhalb der mittelfristig angestrebten Wachstumsrate von mehr als sechs Prozent“, hieß es in dem Geschäftsbericht. Die Auswirkungen auf das Ergebnis sollten durch Kostensenkungen und Investitionskürzungen „so weit wie möglich“ abgemildert werden.

Der Handelsriese hat bereits ein „Effizienzprogramm“ aufgelegt, dem weltweit 15.000 Stellen zum Opfer fallen sollen. Bis zum Jahr 2012 soll das Programm 1,5 Milliarden Euro zum Ergebnis vor Steuern und Zinsen beitragen. Ab 2010 sei mit ersten positiven Effekten zu rechnen, hieß es nun im Geschäftsbericht.

2008 konnte der Konzern sein Wachstumsziel annähernd erreichen: Metro steigerte den Umsatz um 5,8 Prozent auf 68 Milliarden Euro, ohne Währungseffekte wäre der Erlös um 6,1 Prozent gestiegen. Metro hatte ein Umsatzplus über sechs Prozent in Aussicht gestellt. Das operative Ergebnis (Ebit) wuchs um 7,1 Prozent auf 2,2 Milliarden Euro.

Hier hatte der Konzern eine Spanne von sechs bis acht Prozent angepeilt. Die Aktionäre will Metro mit einer unveränderten Dividende von 1,18 Euro je Stammaktie am Gewinn beteiligen. Der Konzerngewinn nach Anteilen Dritter halbierte sich jedoch auf 403 von 825 Millionen Euro im Vorjahr. Darin machten sich im Wesentlichen Abschreibungen auf die mittlerweile verkaufte Bekleidungskette Adler sowie Rückstellungen für die Schließung von Real-Läden bemerkbar.

Nach den Worten von Metro-Chef Eckhard Cordes haben sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen im Verlauf des vierten Quartals weiter drastisch verschlechtert. Vor allem in Spanien und Italien sowie in der Wachstumsregion Osteuropa habe sich die Nachfrage abgeschwächt. Die Zurückhaltung der Verbraucher bekamen vor allem die Großverbrauchermärkte zu spüren sowie die Elektronikhändler Mediamarkt und Saturn, die auf vergleichbarer Fläche einbüßten. Mit dem Weihnachtsgeschäft in Deutschland hatte sich Cordes aber zufrieden gezeigt.

Insgesamt nahm der Umsatz von Metro von Oktober bis Dezember um 2,9 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro zu. Das Ebit stieg um 4,8 Prozent auf 1,37 Milliarden Euro und fiel damit etwas besser aus als von Analysten erwartet. Die Supermarktkette Real büßte jedoch 14,7 Prozent an Gewinn ein, weil im Vorjahr Immobilienverkäufe verbucht worden waren. Bei Mediamarkt und Saturn führten die Kosten für Neueröffnungen zu einem Gewinnrückgang von 3,6 Prozent.