Kosmetik

Nivea-Hersteller Beiersdorf setzt auf Sparkurs

Der erst kürzlich in den Dax aufgestiegene Kosmetikhersteller Beiersdorf bekommt auch die Krise zu spüren. Jetzt setzt der Hamburger Konzern auf ein Sparprogramm, um die Renditeziele für die Anleger noch zu erfüllen. Trotzdem wird der Konzern eine niedrigere Dividende ausschütten.

Der erfolgsverwöhnte Kosmetikhersteller Beiersdorf gerät immer stärker in den Sog der Wirtschaftskrise. Um das den Investoren versprochene Gewinnziel für 2009 zu erreichen, legt der Hersteller von Nivea-Creme und Tesa-Film jetzt auch in seiner größten Sparte für Konsumartikel ein Sparpaket auf. „Wir haben ein Maßnahmenpaket zur Kostensenkung erarbeitet, das uns die Möglichkeit eröffnet, je nach weiterer Ausprägung der Krise flexibel zu reagieren“, sagte Vorstandschef Thomas-Berndt Quaas vor rund 1500 Aktionären in Hamburg. „Wir stellen uns auch hier auf die Krise ein.“ Vorstand und Aufsichtsrat stimmten die Aktionäre schon mal auf eine geringere Dividende für 2009 ein.

Anleger fassten dennoch Zutrauen und kauften Beiersdorf-Aktien. Das seit Dezember im Dax notierte Papier gewann in einem freundlichen Umfeld mehr als zwei Prozent hinzu.

Bei seiner Klebstofftochter Tesa tritt Beiersdorf bereits kräftig auf die Kostenbremse und plant tiefe Einschnitte an mehreren Standorten. Davon könnten 400 der weltweit rund 3900 Tesa-Beschäftigten betroffen sein. Für 800 Beschäftigte gilt bereits Kurzarbeit. Tesa leidet besonders unter der Krise der Auto- und Elektronikbranche, die sie mit Industrieklebstoffen beliefert.

Inzwischen geht auch die sonst stabile Nachfrage nach Kosmetikprodukten wegen der Wirtschaftskrise weltweit zurück. Die Kundschaft griff zuletzt in allen großen Industrieländern bis auf Deutschland immer weniger zu Haut- und Schönheitspflegeprodukten. Auch in den früheren Wachstumsländern China, Brasilien und Osteuropa hat sich das Wachstum deutlich verlangsamt.

Quaas bekräftigte auf der Hauptversammlung, dass der Konzern in seiner Hauptsparte für Haut- und Haarpflegeartikel auch im laufenden Jahr stärker wachsen wolle als der Gesamtmarkt. Die Umsatzentwicklung des Geschäftsbereichs solle leicht über dem Vorjahr liegen. Die operative Umsatzrendite (Ebit) solle über zehn (Vorjahr: zwölf) Prozent gehalten werden. Bei Tesa rechnet Beiersdorf mit einer weiterhin „schwierigen Umsatzentwicklung“, die Tochter soll nicht in die roten Zahlen abrutschen.

Quaas bereitete die Anteileigner auf eine niedrigere Ausschüttung vor. In seinem Dividendenvorschlag für 2009 werde der Vorstand neben dem Gewinn auch die schwierige gesamtwirtschaftliche Lage berücksichtigen, kündigte der Vorstandschef bereits jetzt an. Einige Kleinaktionäre kritisierten die um 20 Cent auf 90 Cent je Aktie erhöhte Ausschüttung für 2008 mit Blick auf Kurzarbeit und Stellenstreichungen als zu hoch.

Konkurrent Henkel scheut bislang eine konkrete Prognose für 2009. Der Hersteller von Pritt und Persil hofft aber, dass die sinkenden Rohstoffpreise und niedrige Zinsen den Gewinn je Aktie stützen werden.