Konkurrenzkampf

Diese Discounter senken ab sofort die Preise

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Der Kampf der Discounter in Deutschland geht weiter. Nach Aldi kündigen Penny, Netto und Plus niedrigere Preise an. Billiger werden Frühstücksflocken, Süßigkeiten, Hähnchen oder Pflegeprodukte. Wir berichten, welche Waren weniger kosten – und was Kritiker zur Preisschlacht sagen.

Die deutschen Lebensmitteldiscounter setzen ihren Preiskampf auch 2010 fort. Der Marktführer Aldi und mehrere andere Discounter senkten ab 14. Januar ihre Preise unter anderem für Frühstücksflocken, Pflanzenöle und Snacks.

Die Lebensmittelindustrie hatte vor Beginn der Landwirtschafts- und Ernährungsmesse Grüne Woche Berlin gerade den „ruinösen Preiswettbewerb“ kritisiert. Hintergrund: 2009 hatten die Lebensmittel-Discounter zwölfmal die Preise gesenkt.

Die Billig-Supermarktketten versuchen damit, ihre Marktanteile auszuweiten. Zunächst Aldi und Penny verkündeten die Preissenkungen, die Discounter Norma, Plus und Netto zogen wie üblich mit.

Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) hatte die Preisschlachten im Lebensmitteleinzelhandel kritisiert und die „unverzügliche Beendigung“ angemahnt. Die Preissenkungsspielräume durch die günstiger gewordenen Rohstoffe seien „längst ausgereizt“ und die Verbraucher zeigten sich fast unbeeindruckt von den Billigangeboten.

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte vor wenigen Tagen vor einem Qualitätsverlust bei Lebensmitteln gewarnt. Wenn nur noch der niedrigste Preis regiere, „geht das nicht nur zulasten der Landwirte, sondern früher oder später auch zulasten der Qualität und damit der Verbraucher“, sagte sie.

Laut BVE vertreiben die Billig-Supermärkte 44 Prozent der Lebensmittel in Deutschland. Die hohe Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel sei im vergangenen Jahr weiter angestiegen.

Den mittelständischen Lieferanten der Ernährungsindustrie stünden nur noch fünf große Lebensmittelhändler mit einem Marktanteil von 70 Prozent gegenüber. Das sind Metro, die Schwarz-Gruppe mit Lidl und Kaufland, Aldi, Rewe mit Penny sowie Edeka mit Netto und Plus.

Auch wegen des Preiskampfes der Discounter stiegen die allgemeinen Verbraucherpreise im Jahr 2009 kaum. Die Inflationsrate betrug im Durchschnitt nur 0,4 Prozent und lag damit auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte.

Nahrungsmittel waren demnach im Schnitt 1,3 Prozent billiger als im Jahr 2008. Zudem sorgten die deutlich günstigeren Mineralölprodukte für das moderate Preisplus. Kraftstoffe waren im vergangenen Jahr elf Prozent billiger als noch 2008, leichtes Heizöl sogar 30,7 Prozent günstiger. Teurer wurde vor allem Strom: Er kostete 2009 im Schnitt 6,2 Prozent mehr als noch 2008.