Autoverkauf

Münchner Manager bei Probefahrt erschossen

Das Verbrechen an dem 36-jährigen Banker aus München ist aufgeklärt: Dirk Poschinger von Camphausen, der für das Private-Equity-Haus EQT tätig war, ist einem Raubmord zum Opfer gefallen. Ihm wurde der Verkauf seines 90.000 Euro teuren Autos zum Verhängnis. Ein Hausmeister und sein Komplize sitzen in U-Haft.

Foto: Polizei München

Der Münchener Finanzmanager Dirk Poschinger von Camphausen wurde ersten Ermittlungsergebnissen zufolge Opfer eines Raubmordes. Die Tötung des 36-jährigen Managers des Private-Equity-Hauses EQT stehe nach bisherigen Erkenntnissen im Zusammenhang mit dem Verkauf seines Privatautos, sagte Kriminaloberrat Markus Kraus von der Münchener Mordkommission. Hinweise auf einen anderen Hintergrund, wie etwa einen Entführungsversuch, gebe es bislang nicht. Er soll nach einer Probefahrt erschossen worden sein.

Poschinger von Camphausen war nach Polizeiangaben am Donnerstag verschwunden und wahrscheinlich noch am gleichen Tag mit zehn bis 13 Schüssen aus einer Pistole getötet worden. Bislang seien zwei Verdächtige verhaftet worden. Der 36-jährige Familienvater ist sofort tot. Er sei unmittelbar in Folge der Schüsse gestorben, sagt der Leiter der Mordkommission, Markus Kraus.

Einem 40-jährigen Hausmeister lege die Staatsanwaltschaft Mord und Raub mit Todesfolge zur Last. Bei ihm wurden die Autoschlüssel und Wagenpapiere des Managers gefunden. Der andere, ein 54-jährige Gastronom, werde bislang allerdings lediglich wegen des Verdachts auf Urkundenfälschung festgehalten. Der Bulgare sei mit einem gefälschten Reisepass unterwegs gewesen. Beide bestreiten nach Auskunft der Polizei, etwas mit dem Tod des Managers zu tun zu haben. Beide Männer sind laut Polizei vorbestraft, allerdings wegen weit geringer Delikte, sagte ein Sprecher Morgenpost Online.

Poschinger von Camphausen hatte seinen Audi A8 im Internet für 54.000 Euro zum Verkauf angeboten und sich am Donnerstagvormittag mit dem mutmaßlichen Täter in der Nähe seiner Wohnung zu einer Probefahrt getroffen. Seine Leiche war am Samstag in einem Münchener Wohngebiet im Lieferwagen des verdächtigen Hausmeisters gefunden worden. Poschinger von Camphausens Auto habe im gleichen Straßenzug gestanden. Der Hauptverdächtige habe auch die Fahrzeugpapiere der Limousine besessen.

„Wir gehen derzeit davon aus, dass es von vornherein so geplant war“, sagte Staatsanwalt Laurent Lafleur. Der oder die Täter hätten es auf den Wagen abgesehen und im Fall von Widerstand auf den Verkäufer schießen wollen. Ein anderer Hintergrund für das Verbrechen, etwa eine Entführung, sei derzeit ausgeschlossen. Es sei allerdings möglich, dass noch andere Personen an der Tat beteiligt gewesen seien.

Dirk Poschinger von Camphausen arbeitete als Direktor der Münchener Niederlassung von EQT, einer schwedischen Investmentfirma. Zuvor war Poschinger bei der Investmentbank Morgan Stanley in Frankfurt am Main als Vizepräsident tätig.

Auf seiner Profilseite im Business-Netzwerk Xing gab der Manager als Hobbys Tennis, Snowboarding und Reisen an. Er studierte in Mexiko, Spanien und an der European Business School (ebs) in Oestrich-Winkel (Hessen). Vor seinen Jobs bei Morgan Stanley war der Banker bei JP Morgan und bei Dresdner Kleinwort Wasserstein (in der Commerzbank aufgegangen) beschäftigt gewesen. Der Ermordete entstammte einem alten bayerischen Adelsgeschlecht, das bereits im zwölften Jahrhundert urkundlich erwähnt wurde.