Finanzmärkte

Asiens Börsen fallen auf neue Tiefstände

Die Talfahrt an den Börsen geht ungebremst weiter. Gestern abend sackte der Dow Jones auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren. Auch in Asien verloren die Börsen kräftig an Boden. Bankentitel drückten den Nikkei-Index auf den tiefsten Stand seit vier Monaten. Mit Spannung wird die Öffnung der Börse in Frankfurt erwartet.

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Im Sog der Wall Street hat am Dienstag auch die Börse in Tokio ihre Talfahrt fortgesetzt. Der Leitindex Nikkei fiel zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand seit vier Monaten. Wie in den USA gerieten besonders Finanztitel unter Druck. Die Papiere exportorientierter Unternehmen erlitten wegen des steigenden Yens Verluste.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf rund ein Prozent im Minus bei 7204 Punkten. Zwischenzeitlich war er auf 7117 Zähler abgesackt und lag damit so tief wie seit Ende Oktober nicht mehr. Der breiter gefasste Topix-Index gab 1,3 Prozent auf 725 Punkte nach und fällt damit auf den tiefsten Stand seit 25 Jahren. Auch die Börsen in Hongkong, Singapur, Shanghai und Australien gaben nach, während die Aktienmärkte in Korea, und Taiwan leichte Gewinne verbuchten. In New York waren Dow Jones und Standard & Poor's-500-Index auf den tiefsten Stand seit zwölf Jahren gefallen. Der Dow Jones schloss 4,2 Prozent schwächer, der S&P-500 verlor 4,7 Prozent.

„Der Ton aus dem Finanzsektor bleibt düster und die Risiken der weltweiten Wirtschaftsentwicklung bleiben hoch“, sagte ein Marktstratege. Die Nervosität der Anleger sei mit Blick auf eine Woche voller Daten wie beispielsweise den Arbeitsmarktbericht am Freitag sehr groß. Das lasse sich auch gut am „Angstindex“, dem Chicago Board Options Exchange Volatility Index (VIX), ablesen, der um rund 18 Prozent kräftig zulegte.

Die Aktien von AIG büßten ihre deutlichen Startgewinne im Verlauf ein und schlossen unverändert bei 0,42 Dollar. Seit Jahresbeginn waren die Titel im Tief bereits um rund 75 Prozent eingebrochen. Die US-Notenbank gab bekannt, dass das Finanzministerium eine neue Kreditlinie über 30 Milliarden Dollar für den schwer angeschlagenen US-Versicherer einrichten werde, um dessen Kapitalbasis zu stärken. AIG musste zudem einen Verlust von knapp 100 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr vermelden – 62 Milliarden Dollar davon fielen alleine im vierten Quartal an.

Citigroup-Papiere brachen um 20,00 Prozent auf 1,20 Dollar ein. Händler verwiesen insbesondere auf einen Kommentar der Deutschen Bank. Den Analysten zufolge könnte die bereits teilverstaatlichte US- Bank noch weiteres Kapital benötigen. Für 2009 erwarten die Analysten einen Verlust von 4,5 Milliarden Dollar. Die Aktie sei ungewöhnlich riskant, hieß es in einem Kommentar. Auch die UBS äußerte sich negativ zu den Titeln und senkte das Kursziel von 4,00 auf 1,75 Dollar. Auch JPMorgan und Bank of America kamen massiv unter Druck.

Nach heftigen Kursabschlägen von Bank of America, JPMorgan und Goldman Sachs verloren auch in Japan Finanztitel an Boden. Die Papiere von Mizuho Financial und Mitsubishi UFJ Financial gaben jeweils 1,7 Prozent nach, die Aktien von Sumitomo Mitsui Financial verbilligten sich um 1,2 Prozent. Auch Exportwerte gerieten unter Druck. Die Aktien des Elektronikkonzerns Kyocera verloren 1,1 Prozent, die des Autobauers Honda verloren 0,2 Prozent. Händler machten dafür den ansteigenden Yen verantwortlich, der Exporte aus Japan teurer macht und auf die Margen der Firmen drückt.